Der Neuanfang
Ich merkte eigentlich schon relativ früh, dass ich vielleicht schwul bin. Als wir mit dem Sportverein zur Müritzer Therme gefahren sind, sah ich einen süßen Typen nackt in der Dusche. Seitdem hatte ich immer wieder überlegt, ob ich „es“ bin oder nicht.
Ich merkte eigentlich schon relativ
früh, dass es sein könnte, dass ich schwul bin. Als wir mit dem Sportverein zur
Müritzer Therme gefahren sind, sah ich einen total süßen Typen nackt in der
Dusche, das war das erste Anzeichen. Seitdem hatte ich immer wieder überlegt,
ob ich „es“ bin oder nicht. Als wir zuhause dann endlich einen
Internetanschluss bekamen, hielt ich gleich Ausschau nach Schwulenseiten. So
fand ich auch dbna.
Es verging einige Zeit und ich wurde älter. Ich ging noch auf das Gymnasium und war dort leider ein ziemlicher Außenseiter. Dann in der 9. Klasse besserte sich das etwas. Ich wurde sogar auf eine Geburtstagsfeier eingeladen. Das war im November 2005. An dem Abend erzählte ich drei Personen aus meiner Klasse, mit denen ich mich relativ gut verstand, dass ich schwul sei. Sie nahmen das sehr gut auf, was ich eigentlich nicht gedacht hätte.
Naja, zwischendurch war ich oft total
durch den Wind, denn ich stellte mir immer wieder „die Frage“. Ein weing später
lernte ich jemanden kennen, der auch aus meiner Stadt kam, aber er war nur
Austauschschüler hier in Deutschland. Wir verstanden uns gut. Wir haben uns
dann auch einmal getroffen, aber es geschah nichts Ernstes. Seit diesem Tag
aber wusste ich sicher, ich bin schwul.
In der nächsten Woche dann wechselte
ich die Schule. Nun ging ich auf die Realschule und ich wusste, dass ich
sowieso ein neues Leben anfangen würde. Also nahm ich mir vor, falls mich
jemand fragen sollte, ob ich schwul sei, würde ich einfach „Ja“ sagen. Am
Anfang traute ich mich nicht so richtig. Es gab wohl einige Gerüchte. Aber dann
hörte eine Mitschülerin davon und fragte mich mitten im Unterricht, ob ich denn
wirklich schwul sei - und da antwortete ich mit „Ja“. Niemand reagierte blöd.
Das war ein wirklicher Neuanfang.
Zwei Wochen später erzählte ich es
meiner Mutter. Die war total geschockt und sagte zu mir: „Ich schäme mich für
dich!“ Das war für mich wie 1000 Messerstiche. Aber mittlerweile verstehen wir
uns wieder gut und sie hat es akzeptiert. Aus meiner Famillie wissen es nur
noch mein Bruder und meine Cousine. Mein Vater denkt leider immer noch, ich
suche nach meiner „Traumfrau“. Aber spätestens, wenn ich meinen ersten Freund
mit nach Hause bringe, wird er es kapieren.
Leider habe ich das Gefühl, dass es dazu erst sehr spät kommen wird, da ich (ich weiß, das tut nichts zur Sache) etwas mehr Bauchumfang habe. Aber das ändert sich hoffentlich noch, ich bin ja auch erst 15.





