Es könnte alles so einfach sein...
Je mehr ich über die möglichen Folgen meines Coming-outs nachdachte, um so mehr Angst bekam ich auch davor. Bis ich dann eines Tages dachte: „Was soll's?“ Wenn meinen Freunden daran was nicht passt, was für Freunde sind das dann? Also fasste ich den Entschluss, dass es nun endlich raus muss.
Es hätte alles so einfach sein können, wenn ich mich nur mal getraut hätte, den Mund aufzumachen. Klar hört man ständig blöde Witze und Sprüche und neuerdings ist ja alles, was nervt, schwul. Aber meinen die das wirklich böse? Werde ich von meinen Freunden verstoßen? Oder denkt einfach nur niemand darüber nachh dass das jemanden verletzen könnte? Wer rechnet schon damit, dass einer seiner besten Freunde schwul sein könnte, ohne dass es jemand bemerkt. Schließlich merkt man das doch sofort. Nicht wahr? Alles Blödsinn!Je mehr ich über die möglichen Folgen meines Coming-outs nachdachte, um so mehr Angst bekam ich auch davor. Bis ich dann eines Tages dachte: „Was soll's?“ Wenn meinen Freunden daran was nicht passt, was für Freunde sind das dann? Also fasste ich den Entschluss, dass es nun endlich raus muss. Eigentlich war mir auch egal, was die Leute von mir denken. Das war es schon immer. Aber was ist mit meinem besten Freund? Was, wenn ich mich oute und er muss es ausbaden? Er musste es unbedingt als erster erfahren - und von seiner Reaktion hing der Rest ab.
Und dann war es auch soweit. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und sprach es einfach aus. Mann, war das eine Erleichterung! Es konnte gar nicht besser laufen. Alles, was er dazu sagte, war: „Find ich echt mutig, dass du mir das einfach so sagst. Ich hab dich lieb und das wird sich nicht ändern.“ Was sollte jetzt noch schief gehen? Innerhalb von wenigen Tagen machte ich es offiziell. Ich fand, dass es ruhig jeder wissen sollte, der mit mir zu tun hatte - und nicht ein Einziger distanzierte sich von mir oder reagierte auch nur komisch. Irgendwann fand ich sogar Spaß an der Sache. Also schnappte ich mir eines Tages bei einem Volksfest einen Freund und küsste ihn vor allen Leuten.Der Einzige, der es immer noch nicht wusste, war mein Vater. Das erledigte jedoch noch am selben Abend eine Freundin von mir, die ihn einfach fragte, was er wohl tun würde, wenn sein Sohn schwul wäre. Es folgte ein kurzes Gespräch, eine Umarmung und die Welt war (wieder) in Ordnung. Mein Fazit: Egal, was die Leute von dir halten, du bist du, also sei stolz drauf. Die Menschen, die dich lieben, werden das immer tun, egal was kommt.
Mehr Berichte
Weitere Coming-out Geschichten von anderen dbna'lern findest du hier
Bild: © istockphoto.com/Denis Vorob'yev; istockphoto.com/Yuri Arcurs





