Zwei Coming-outs

Der 18-jährige Marcel erzähl von seinem Coming-out. "Da ich quasi zwei Coming-outs hatte, muss ich am Anfang ein klein wenig ausholen...."


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Marcel (18) erzählt: Da ich quasi zwei Coming-outs hatte, muss ich am Anfang ein klein wenig ausholen. Mein erstes fand bei meinen Freunden statt. Ein Kumpel, der auch schwul ist, war schon geoutet.

Und als einmal ganz einfach über Jungs und Internet Communities wie dbna sprach, habe ich einfach mit eingestimmt. Meine Freunde haben es sehr gut aufgenommen, alles kein Problem – wahre Freunde eben.

Mein zweites Coming-out hatte ich dann bei meiner Mutter und meiner Schwester. Ich bin jetzt seit Valentinstag mit meinem Freund Tony zusammen. Er ist zwei Jahre älter als ich. Wir haben uns im Internet in einer Community kennengelernt und fanden uns sehr sympathisch.

Nach kurzer Zeit haben wir auch schon miteinander telefoniert. Am Valentinstag war es denn soweit, wir haben uns zum ersten Mal getroffen und es war Liebe auf den ersten Blick.

Am folgenden Wochenende kam er zu mir nach Hause. Ich gestehe, am Anfang hab ich ihn vor meiner Mutter und meiner Schwester versteckt. Der nächste Morgen sollte so verlaufen, wie ich es nie für möglich gehalten hätte.

Ich habe die Wäsche gemacht und meine Schwester kam herein und fragte mich, wer das sei, ein guter Freund? „Mein“ Freund? Ich hab mich vorsichtig „herangetastet“ und gefragt: „Was wäre wenn?“ Da fing sie erst an zu lachen, meinte dann aber, sie fände es cool, denn nicht jeder habe einen schwulen Bruder. Kurz darauf habe ich ihr Tony vorgestellt und sie haben sich wunderbar verstanden.

Am Abend war dann auch meine Mutter dran. Sie hatte mich schon gefragt: „Ist das dein Freund?“ Ich zögerte erst und antwortete mit einer Gegenfrage. "Inwiefern?" Sie erwiderte bloß „Liebe?“ Ich war doch leicht verdutzt und habe sie nur angesehen.

Schließlich musste total grinsen und sagte: „Ja, schlimm?“ Zum Glück habe ich eine tolle Mutter, die kein Problem damit hat. Sie mag meinen Freund glücklicherweise auch, was das ganze noch schöner macht.

Ich hätte niemals diese Reaktion von meiner Mutter erwartet. Also Jungs, auch wenn ihr ganz fest meint, sie könnte eher verhalten oder schlecht reagieren, wagt euch trotzdem ran, denn ihr seid nach wie vor deren Söhne und das ändert an der Liebe zum Kind rein gar nichts! Nur Mut!


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