Florian erzählt...

Mein Coming-Out verlief ein bisschen anders als bei den meisten. Es fing ganz normal damit an, dass ich mich bei meiner besten Freundin outete, sie fand es total "cool" einen schwulen besten Freund zu haben.


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Florian (18) erzählt: Mein Coming-Out verlief ein bisschen anders als bei den meisten. Es fing ganz normal damit an, dass ich mich bei meiner besten Freundin outete, sie fand es total "cool" einen schwulen besten Freund zu haben. Sie unterstützte mich auch immer, wenn ich Probleme hatte.

In der Schule war das aber ganz anders, dazu muss ich aber sagen, dass ich ein etwas feminines auftreten habe. Die Jungs machten deswegen dauernd irgendwelche Bemerkungen und die Lehrer taten dagegen natürlich nichts!

Der Direktor meiner Schule meinte, ich müsse da durch und zu mir stehen, der hat natürlich mal wieder keine Ahnung wie Mobbing überhaupt aussieht (Und sowas auf einem Gymnasium!!!) Meine Schulkolleginnen unterstützten mich natürlich und boten den Jungs die Stirn, das war allerdings ein weiterer Anheizer mich weiter zu mobben.

Das alles änderte sich, als ich in die Stufe 11 kam. Es war direkt nach den Sommerferien und von da an stand ich dazu, dass ich schwul bin. Seitdem steht der Mehrheit der Stufe hinter mir. Sie finden es gut, dass ich mich geoutet habe und können die Leute nicht verstehen, die etwas gegen Schwule haben. Ich sei schließlich total "normal".

Die Toleranz bei den Jungs wurde schließlich auch besser, da sie merkten, dass die Mädels hinter mir standen und sie sich somit damit arrangieren mussten. Mittlerweile bin ich froh mich geoutet zu haben, es ist einfach ein viel besseres Klima in der Schule und meine Noten sind seit diesem Zeitpunkt auch besser geworden!!! Also traut euch!!!

Meine Mutter hat nicht von mir erfahren, dass ich schwul bin. Eine Freundin von mir hielt es zu dem Zeitpunkt nicht mehr aus, dass ich in der Schule so fertig gemacht wurde und hat es meiner Mutter erzählt. Meine Mutter ist daraufhin zu einer schwulen Beratungsstelle gegangen und hat den Sozialpädagogen gefragt, wie sie mir sagen soll, dass sie weiß, dass ich schwul bin. So etwas ist ihm in seiner fast 40-jährigen Laufbahn noch nicht passiert. Er meinte, sie solle es mir einfach sagen.

Das tat sie dann auch an einem Sonntagnachmittag. Es war total komisch, von seiner Mutter gesagt zu bekommen, dass sie alles weiß. Aber im Endeffekt hat sie es auch total positiv aufgenommen und unsere Beziehung zueinander hat sich nicht geändert. Sie steht dazu und versucht mittlerweile sogar mich zu verkuppeln.

Also Jungs, traut euch einfach und steht zu euch! Danach geht es euch viel besser, da ihr euch nicht mehr zu verstecken braucht!!! Bei mir verlief alles positiv und genau das wünsche ich euch auch!


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