"Sei wie du bist!"

Heute ist der 30. Mai 2011, zwei Tage vor meinem 16. Geburtstag. Ich bin immer noch nicht bei meiner mittlerweile lesbischen Mutter geoutet. Sie hat seit zwei Jahren eine Freundin, sie hat schon länger in unserer Nähe gewohnt, doch wir kannten uns nicht.

Fabio (16) erzählt: Heute ist der 30. Mai 2011, zwei Tage vor meinem 16. Geburtstag. Ich bin immer noch nicht bei meiner mittlerweile lesbischen Mutter geoutet. Sie hat seit zwei Jahren eine Freundin, sie hat schon länger in unserer Nähe gewohnt, doch wir kannten uns nicht.

Ich habe mich im September letzten Jahres bei meiner engsten Freundin geoutet. Sie hatte schon eine gewisse Ahnung, doch sie traute sich nicht mit mir darüber zu reden. Ich habe versucht ihr mit gewissen Anhaltspunkten zu verdeutlichen,dass ich anders sei. Beispielsweise damit,dass mein erster bester Freund, mit dem ich heute nicht mehr wirklich in Kontakt stehe schwul ist oder ich mich mit mehreren Männern getroffen hatte.

Wir saßen auf meiner Couch und redeten quasi um den heißen Brei herum, bis ich darüber reden wollte,weil es mir sehr wichtig ist. Sie hat sich darüber gefreut,dass ich ihr es erzählt habe. Sie hatte sich schnell an mein Schwulsein gewöhnt und konnten nun offen über alles reden. Ich habe mich ab diesem Zeitpunkt total frei gefühlt. Es war einfach nur toll.

Nach wenigen Wochen schlief wieder ein Freund bei mir, bei dem ich mich in dieser Nacht auch geoutet hatte. Er fand es "cool" und ist auch gelassen damit umgegangen. Nun hat sich auf beiden Seiten eine tolle Freundschaft entwickelt. Seit meinem Outing macht es mir nichts mehr aus, wenn jemand herausbekommt, dass ich schwul bin.

In der Schule wird jedoch sehr viel getratscht und gelästert und besonders gern das Schimpfwort "Schwuchtel" benutzt. Immer wenn ich es höre könnte ich förmlich einen Jagdschrei von mir geben, was auch schon vorgekommen ist. Ich habe die betreffenden Personen direkt auf den Ausdruck angesprochen, doch es kam nur heiße Luft als Antwort. Sie haben mich nur schief angesehen und sind auch gleich wieder verschwunden.

Das ist eine Problematik, die ich gerne verändern will. In der Schule bekommen die Schüler ein falsches Bild von anderen sexuellen Ausrichtungen, die nicht gerade Heterosexuell ist. Das finde ich sehr schade, denn es könnte so viel einfacher für alle Menschen sein und vor allem für diejenigen, dich sich aufgrund der nicht aufgeklärten oder akzeptierenden Gesellschaft verstecken oder verstellen müssen.

Somit kann ich mit Gewissheit sagen,dass es wichtig ist sich nicht zu verstellen oder gar sich etwas aufzuzwingen zu lassen. Sei wie du bist! Lebe dein Leben wie du es für sinnvoll erachtest und nicht wie andere es gerne hätte. Man lebt nur einmal, also lebe! You are "Born This Way" (Lady Gaga).


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