Nicht von heute auf Morgen

Mein Coming-Out geschah nicht von heute auf morgen, es bahnte sich über einen längeren Zeitraum hin an. Nachdem mir im Alter von 12 Jahren klar geworden war, dass ich "anders" bin, und es in den nächsten 2 Jahren versuchte zu akzeptieren, sagte ich es im Sommer 2010 meinem damals besten Freund.

Chris (16) erzählt: Mein Coming-Out geschah nicht von heute auf morgen, es bahnte sich über einen längeren Zeitraum hin an.

Nachdem mir im Alter von 12 Jahren klar geworden war, dass ich "anders" bin, und es in den nächsten 2 Jahren versuchte zu akzeptieren, sagte ich es im Sommer 2010 meinem damals besten Freund.

Ich hatte mich in einen Jungen aus Belgien verliebt und hatte sein Foto als Hintergrund auf meinem Handy. Das bemerkte mein bester Freund und fragte direkt, ob ich schwul sei. Ich sagte, dass ich auf Jungs stehe und er war wenig überrascht.

Unsere Freundschaft verstärkte sich danach und wurde intensiver, wir bauten mehr Vertrauen zwischen uns auf. Mit ihm konnte ich über meine Ängste, aber auch über Liebe usw. reden.

Nach den Sommerferien kam ein Mädchen in unsere Klasse und ich freundete mich nach längerer Zeit mit ihr an. Sie setzte sich neben mich und Stefan und oft hörte sie unauffällig hin, wenn Stefan und ich über meine Sexualität redeten. Nach ein paar Wochen sprach sie mich darauf an, und ich sagte es ihr unter der Bedingung, dass sie es niemandem weitererzählte.

Als nun meine erste Beziehung mit einem Jungen gescheitert war, fasste ich den Entschluss, es auch meiner Mom zu erzählen.. Manchmal bereue ich diese Entscheidung, da zwischen meiner Mom und mir einfach nicht das nötige Vertrauen herrscht, dass dafür eigentlich von Nöten gewesen wäre. Nun war es aber draussen. Ihre Reaktion war wie von mir vorhergesehn. Sie schien wenig interessiert, nicht geschockt.

Was sie aber, wie sie selbst zugab, doch war. Ihre Angst, keine Enkelkinder zu bekommen, ist meiner Meinung nach aber vollkommen unbegründet. Mein Verhältnis zu meiner Mutter hat sich daraufhin verschlechtert. Sie sieht mich wohl nun mit anderen Augen... was mich verletzt. Ein paar Tage nach diesem Teil meines Coming-outs sagte ich es noch einer weiteren Freundin von mir, sie freute sich sehr, da sie sich schon immer einen schwulen besten Freund gewünscht hatte. :)

Ich will euch einen Tipp geben: Sagt es nicht jedem, den ihr vielleicht als Freund bezeichnet. Es sollte eine gewissen vertrauliche Basis bestehen.


Mehr Berichte

Weitere Coming-out Geschichten von anderen dbna'lern findest du hier



Mach mit!

Deine Coming-out Geschichte bei dbna! Erzähl uns und den anderen Jungs von deinem Coming-out. Klick hier, um deine Geschichte einzusenden »