„Kuss 41“ öffnet bald

Nach langem Kampf kann der Jugendverein „our generation“, in dem sich Schwule und Lesben bis 27 Jahre tummeln, endlich den großen Erfolg für sich verbuchen: Im Frühjahr wird das erste hessische schwullesbische Jugendzentrum namens „Kuss41“ in Frankfurt am Main eröffnet.


© "Kuss41" in Frankfurt am Main
Der Jugendverein „our generation“ bekommt ein Jugendzentrum
(dbna.de / fr-online.de) Nach langem Kampf kann der Jugendverein „our generation“, in dem sich Schwule und Lesben bis 27 Jahre tummeln, endlich den großen Erfolg für sich verbuchen: Im Frühjahr wird das erste hessische schwullesbische Jugendzentrum namens „Kuss41“ in Frankfurt am Main eröffnet.

Schon seit Jahren bemühte sich der Verein, der jungen Schwulen und Lesben vor allem in der schwierigen Zeit des Comingouts zur Seite steht, um die Schaffung einer festen Institution.



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Skyline von Frankfurt am Main.
Die beiden Leiter des Zentrums, Judith Eisert und Oliver König, sehen einen Bedarf dafür. Nicht nur rechnen sie mit den allgemeinen Zahlen von zwei bis drei Schwulen und Lesben pro Klasse, sie wissen auch, dass in der Gesellschaft im Gegensatz zu der öffentlichen Wahrnehmung in Politik, Kultur und Medien noch große Vorurteile herrschen und daher weiterhin Bedarf für ein solches schwullesbisches Jugendzentrum besteht.

Georg Hoppe (26), der Vorstandsmitglied von „our generation“ ist, unterstreicht den inzwischen starken Rückhalt in Stadt und Politik: Die Unterstützung gerade der Grünen und des Jugendamts seien fast schon beispiellos.

Der Sozialarbeiterin Eisert sind viele problematische Fälle von jungen Homosexuellen bekannt. Bei dem heftigsten ihr bekannten Fall habe ein polnischstämmiger Vater seinen eigenen Sohn mit einer Axt aus dem Haus gejagt. Aber „häufig ist es das jahrelange Verschweigen und das Sich-unnormal-Fühlen, was zu massiven psychischen Problemen und zur Isolation führt“, so Judith Eisert.

Schon jetzt versucht der Verein „our generation“ Aufklärung in den Schulen zu leisten. Ebenso werden Freizeitfahrten organisiert – neben den wöchentlichen Café-Abenden. Aber auch das Programm für „Kuss41“ steht schon: So soll es jede Woche sowohl einen Jungs- als auch einen Mädchentag geben, dazu ein Café mit viel Freiraum, Beratungsangebote zum Comingout, eine Internet-AG sowie möglicherweise ein Theater-Projekt.

Wie bisher der Verein „our generation“ so soll es auch bei „Kuss41“ eine Art „Abholservice“ geben, das heißt ein erstes Treffen auf neutralem Boden zu zweit wird angeboten. Für viele erleichtere dies die Kontaktaufnahme, die auch weiterhin anonym per Internet oder Telefon stattfinden kann. Den sonst – so weiß Fachmann König – käme niemand spontan und erhobenen Hauptes.


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