CO2 trifft sich ab März

von Alexander

Nach dem Niedergang  der homosexuellen Jugendgruppen l.u.s.T. („lesbische und schwule Teens“) und Young Gayneration formiert sich unter dem Dach des Gerede e.V. eine neue schwule Jugendgruppe: CO2. Das erste Treffen soll am 2. März 2010 stattfinden.

Prießnitzstraße 18 in Dresden - hier befindet sich der Gerede e.V.

Prießnitzstraße 18 in Dresden - hier befindet sich der Gerede e.V. Bild: CO2 Dresden

Ein brachliegendes Feld soll in Dresden wieder bestellt werden: Am 2. März 2010 trifft sich zum ersten Mal wieder eine neue Jugendgruppe. Nach einem fast einjährigen Daniederliegens der schwullesbischen Jugendarbeit wagt der Gerede e.V. – der Dresdner Verein für Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle und deren Angehöriger - mit CO2, so der Name der Gruppe, einen Neuanfang. Die älteren Jugendgruppen l.u.s.T. („lesbische und schwule Teens“) und Young Gayneration waren im Frühjahr 2009 nach gut neuen beziehungsweise vierzehn Jahren trotz hauptamtlicher Betreuung eingeschlafen.

Martin, Kai und Alexander von CO2.

Martin, Kai und Alexander von CO2. Bild: CO2 Dresden

„Der Personalwechsel in dieser Zeit hat zu einer Diskontinuität geführt, die wir außerordentlich bedauern“, bekundet Assol Wonka, eine Mitarbeiterin des Gerede e.V. Man habe zwar versucht, die Jugendgruppen wieder mit Leben zu füllen, allerdings ohne Erfolg.

Eine schlagkräftige Mannschaft aus Ehren- und Hauptamtlichen

Eine dreiköpfige Mannschaft startet mit viel Elan in die neue Arbeit hinein: Martin, Alexander und Kai. Martin unterstützt dabei als hauptamtlichen Mitarbeiter des Gerede e.V. die beiden anderen, die sich ehrenamtlich engagieren. Zusammen wollen sie Dresdens schwule Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren an die Hand nehmen. „Eingeladen ist jeder aus Dresden und Umgebung“, verkündet der 17jährige Kai stolz. So kommt er selbst auch nicht direkt aus Dresden, sondern aus dem Dorf Bretnig, das 30 Kilometer östlich der sächsischen Hauptstadt liegt.

Seit Januar laufen die Planungen schon und nach fast zwei Monaten Vorbereitungszeit steht nun alles. Kai konnte sich jetzt im Rahmen eines Praktikums ganz besonders in die letzten Organisationsdetails einbringen. Dabei sind auch ältere Schwule bis 27 Jahren nicht vollkommen ausgeschlossen. „Wir werden noch weitere Veranstaltungen jenseits der regelmäßigen Treffen veranstalten, zu denen dann alle schwulen Jugendlichen zwischen 14 und 27 Jahren eingeladen sind“, so Kai gegenüber dbna zu den Planungen.

Ab 2. März 2010 immer dienstags 14 bis 19 Uhr


Auf das erste Treffen sind Kai und seine Kollegen schon gespannt. Ein Spielenachmittag im Stadtteilhaus Neustadt soll die Treffen, die immer dienstags von 14 bis 19 Uhr stattfinden werden, einläuten – ein perfekter Rahmen, um unverbindlich neue Leute kennenzulernen und Kontakt zu knüpfen.

Wie der Name CO2 schon andeutet, spielt auch das Coming-out eine zentrale Rolle. „Wir wollen den Jugendlichen Tipps geben, wie sie sich in ihrer jeweiligen konkreten Situation am besten outen können, wobei natürlich niemand gezwungen ist, sich zu outen“, unterstreicht Kai, der in zwei Jahren sein Abitur machen wird, ganz deutlich. Daher ist die Möglichkeit zur Freizeitgestaltung der Gruppe auch wichtiger; so sind unter anderem Filmnachmittage, Spielrunden und Videodrehs für YouTube geplant.

Kombo-Gruppe für Schwule und Lesebn angedacht

Für den Gerede e.V. geht die Planung noch weiter: nachdem sich neben der schwulen Jugendgruppe donnerstags eine Mädelsgruppe für junge Lesben treffen wird, plant man noch eine Kombo-Gruppe. „Diese wird sich dann wohl am Wochenende treffen, allerdings steckt dieses Konzept noch in den Kinderstiefeln“, erklärt die Gerede-Vertreterin Wonka. Man darf gespannt sein, was sich in Dresden noch tut.

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28.02.2010  | Bild: © CO2 Dresden, Teaserbilder: iStockPhoto.com

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