Was Eltern falsch machen können

10 Fettnäpfchen beim Coming-out

In Tränen ausbrechen, das Kind auslachen oder es in die Psychiatrie schicken – so sollten Eltern lieber nicht auf das Coming-out ihrer Tochter oder ihres Sohnes reagieren. Was sie sonst noch falsch machen könnten, zeigt die Comedy „10 Dinge, die Sie nicht tun sollten… Coming-out“.


Die Idee zu dieser kleinen Video hatten Stefan (Student) und Lukas (Azubi) aus Dortmund. Beide sind große Fans der Comedysendung „Kesslers Knigge“, in der Alltagssituationen auf Fettnäpfchenpotenzial überprüft werden. Dieses Prinzip haben die beiden auf das Coming-out übertragen.

„Wir wollten den Eltern mit der Satire den Spiegel vorhalten und überspitzt zeigen, wie es wirkt, wenn sie sich ihren Kindern gegenüber ablehnend und uneinfühlsam verhalten“, sagt Stefan.

Die Beispiele sind überzeichnet, ihr Humor lebt von der Übertreibung. Aber trotzdem machen sie eines deutlich: Viele Jugendliche zerbrechen sich den Kopf, wie ihre Eltern auf ihr Coming-out reagieren werden. Dabei dominieren vor allem Ängste nicht ernst genommen oder gar abgelehnt zu werden. „Ein Coming-out ist leider noch nicht selbstverständlich: weder für die Kinder noch für die Eltern“, sagt Paul Klammer vom schwul-lesbischen Medienprojekt queerblick e.V. aus Dortmund.

Schön machen für die Kamera: Jörn lässt sich schnell noch schminken, eher er für den nächsten Gag herhalten muss.

Schön machen für die Kamera: Jörn lässt sich schnell noch schminken, eher er für den nächsten Gag herhalten muss. Bild: www.queerblick.tv

Lachausbrüche am Set
Die Comedy von Stefan und Lukas versucht diesem Problem eine humorvolle Seite abzugewinnen – natürlich aus den Augen der Jugendlichen. Sie haben das Video mit Hilfe der Ehrenamtlichen bei queerblick produziert: vom Drehbuchschreiben über den Dreh und den Schnitt.

In Erinnerung bleibt ihnen davon vor allem die Atmosphäre am Set: Das Zimmer war so eng, dass der Tonassistent zwischen Kamera und Couch auf dem Boden liegen musste und die Scheinwerfer heizten den Raum in kurzer Zeit gehörig auf, sodass alle ins Schwitzen kamen. Trotzdem war die Stimmung fröhlich und Lachausbrüche gab es nicht zu knapp: „Am schlimmsten war es in der Szene, wo der Vater lachen und heulen musste. Das mussten wir oft nochmal drehen und wir haben uns die Hand vor den Mund gehalten und weggeguckt“, erzählt Lukas.

Nächste Folge schon geplant
Außerdem hat das Team am Set viel experimentiert und improvisiert. So bekam queerblick-Vorstand Paul Klammer am Ende des Videos zu besonderen Ehren: „Irgendjemand ist auf die Idee gekommen, Paul Rasierschaum ins Gesicht zu schmieren und ihn einen Bademantel anziehen zu lassen“, sagt Lukas. Am Ende sorgte das für den richtigen Schlusslacher.
Die Comedy steht auf YouTube und wurde dort schon über tausend mal angeklickt. Zahlreiche positiven Kommentare gibt's noch dazu. Für Stefan und Lukas steht deshalb schon jetzt fest: Sie werden eine zweite Comedy schreiben. „In der nächsten Folge von „10 Dinge“ wollen wir zeigen, was man nicht tun sollte, wenn man eine schwul-lesbische Jugendgruppe besucht“, verrät Stefan. Man darf gespannt sein.

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20.04.2012  | Bild: © www.queerblick.tv

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