Antworten auf unangenehme Fragen

dbna-Redaktion Von dbna-Redaktion
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Was verstehst Du unter »normal«? Vermutlich nur die Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau. Aber die sind auch sehr verschieden. Und homosexuell liebende Menschen gab es schon immer, vermutlich von Beginn der Menschheit an.

1. Homosexualität ist doch nicht normal

Was verstehst Du unter »normal«? Vermutlich nur die Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau. Aber die sind auch sehr verschieden. Und homosexuell liebende Menschen gab es schon immer, vermutlich von Beginn der Menschheit an. Untersuchungen haben ergeben, daß die Homosexualität für fast ein Drittel der Bevölkerung ein persönliches Thema ist. Sie haben es immer nur verstecken und verschweigen müssen. Wir leben heute aber - zum Glück - in einer offenen und vielfältigen Gesellschaft. Da müssen Menschen, die etwas anders als die Mehrheit leben, die gleichen Rechte haben. Und hier geht es nicht mal um eine kleine Minderheit. Im übrigen ist jeder Mensch von jedem verschieden. Du möchtest doch sicher auch kein Mensch nach der Norm DIN-A4 sein!

2. Homosexualität ist doch unnatürlich!

Wenn Du mit dem Wort »natürlich« die Tierwelt meinst, dann ist auch Homosexualität natürlich, weil sie bei vielen Tieren vorkommt. Das haben Tierforscher festgestellt.' Aber mit dem Wort »Natur« ist es beim Menschen schwierig. Was ist bei uns Menschen »tierische Natur« und was ist »menschliche Kultur«? Ein Wissenschaftler (James Weinrich) hat einmal gesagt: »Wenn Tiere etwas tun, das wir mögen, nennen wir es natürlich. Wenn Tiere etwas tun, das wir nicht mögen, nennen wir es animalisch.« Wir können eigentlich nur sagen: Die ganze Sexualität - Homo-, Hetero- und Bisexualität - ist natürlich, weil der Mensch von Natur aus ein sexuelles Wesen ist.

3. Homosexualität ist doch eine Krankheit!

Homo- und bisexuell liebende Menschen können krank werden wie auch Du krank werden kannst, seelisch oder körperlich. Aber ihre Liebe ist keine Krankheit. Bist Du schon mal auf die Idee gekommen, Deine Liebe zum anderen Geschlecht als eine Krankheit zu bezeichnen? - Ich weiß, daß man das früher einmal gesagt hat, weil man davon ausging, daß die Sexualität nur zur Fortpflanzung da ist. Aber hast Du Deine Sexualität jemals so gesehen? Sexualität ist ein Bedürfnis und eine Sehnsucht nach dem anderen Menschen, die wir mit auf die Welt bringen. - Und schließlich: Schon der große Sigmund Freud hat gesagt: »Viele hochachtbare Personen in alten und neueren Zeiten sind Homosexuelle gewesen, unter ihnen viele der größten Männer wie Plato, Michelangelo, Leonardo da Vinci.« - Ich kann Dir noch viele andere nennen. Willst Du tatsächlich behaupten, die seien alle ihr ganzes Leben lang Kranke gewesen? Übrigens: Im Dezember 1991 wurde die Homosexualität von der Weltgesundheitsorganisation aus der »Internationalen Liste für Krankheiten« gestrichen!

4. Homosexuelle sind so anders als wir!

Davon kann keine Rede sein. Sie sind nur »anders« darin, daß sie für einen gleichgeschlechtlichen Partner das empfinden, was Sie für einen andersgeschlechtlichen Partner fühlen. Grundlegende Unterschiede im Gefühlsleben wie in der sexuellen Praxis sind zwischen homo-, bi- und heterosexuellen Menschen nicht beobachtet worden. Eheberater haben die Erfahrung gemacht, daß es in homosexuellen Partnerschaften um dieselben Fragen und Konflikte geht wie in Ehen.

5. Homosexuelle Männer sind doch keine richtigen Männer!

Sie mögen mehr auf ihr Äußeres achten als heterosexuelle Männer. Sie mögen auch ein partnerschaftlicheres Verhältnis zu Frauen haben als heterosexuelle Männer. Beides täte diesen auch gut. Was aber ihre Identität angeht, so fühlen sich homo- und bisexuelle Männer ganz als Männer. Sie dürfen nicht mit transsexuellen Menschen verwechselt werden.

6. Homosexualität entsteht aus irgendeiner Fehlentwicklung!

Die früheren Fragen nach der Entstehung der Homosexualität haben keine Ergebnisse gebracht. Sinnvoll ist es allenfalls, nach der Entstehung der Sexualität überhaupt zu fragen. Danach kann man nur sagen, daß sich die sexuellen Orientierungen oder Richtungen schon im frühesten Kindesalter entwickeln. Homo- und Bisexualität sind mit der Heterosexualität gleichursprünglich und gleichberechtigt. Eine sogenannte Umpolung der Sexualität ist nicht möglich. Versuche in dieser Richtung sind unmenschlich.

7. Schwule Männer verführen Jungen!

Homosexuelle Männer sind an Kindern sexuell so wenig interessiert wie heterosexuelle Männer. Leider gibt es Ausnahmen auf beiden Seiten. In der Kriminalstatistik steht der sexuelle Mißbrauch weiblicher Kinder durch heterosexuelle Männer weit im Vordergrund.

8. Homosexuelle wechseln ständig ihre Partner!

Das ist eher eine Frage der Jugend und des Mannes überhaupt als speziell des schwulen Mannes. Lesbische Frauen konzentrieren sich wie heterosexuelle Frauen eher auf eine Partnerbeziehung. Zu bedenken ist aber auch die gesellschaftlich weniger gesicherte Position homosexueller Partnerschaften. Wie alle Menschen sehnen sieh auch homosexuell liebende Menschen nach einer festen Beziehung. Und wie allen gelingt sie auch ihnen nicht immer.

9. Homosexualität ist Sünde!

Unter Sünde versteht die Bibel das Sichabschotten des Menschen gegenüber Gott und dem Mitmenschen und die Selbstüberschätzung. Das ist die Gefahr des Menschen überhaupt und nicht speziell des homosexuellen. Wenn sehr wenige Stellen der Bibel Homosexualität als heidnisches Laster verurteilen, dann ist damit etwas ganz anderes gemeint, als wir heute unter homosexueller oder bisexueller Orientierung und Liebe verstehen.

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Artikel veröffentlicht: 19.08.2013
Weitere Quellen: Aus dem Buch "Homosexuell" von Hans-Georg Wiedemann Bildquellen: Getty Images/iStockphoto/aetb - Symbol-/Modelfoto