DVD-Tipp: Reich mir deine Hand
Das Zwillingspaar Antoine und Quention befinden sich auf der Reise: sie wollen zu der Beerdigung ihrer Mutter in Spanien. So wandeln sie auf verworrenen Pfaden gen französisch-spanischer Grenze. dbna hat sich Pascal-Alex Vincents Film angesehen.

© Edition Salzgeber
Das Zwillingspaar Antoine und Quention
Die Ausgelassenheit der beiden Zeichentrickfiguren beim Aufbruch ihrer Reise passt so gar nicht zu dem Anlass, der Beerdigung ihrer Mutter. Aber davon erfährt man ohnehin erst später. Nach dieser kurzen gezeichneten Einspielung des Starts beginnt dann auch die verfilmte Handlung. Die beiden Brüder - Zwillinge wie sich nun herausstellt, da dies bei den Zeichentrickfiguren nicht ersichtlich war - gleichen sich fast wie ein Ei dem andern. Ihre Attraktivität und geheimnisvolle Ausstrahlung zieht die Menschen, denen sie begegnen in den Bann.

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Quentin verliebt sich in seinen jungen Helferkollegen Hakim.
Gleichzeitig ist das Verhältnis der beiden untereinander nicht immer zum Besten gestellt. Streit, ja gar Schläge, Prügeleien bestimmen das Bild oft. Beide sind sowohl von einer gewissen Aggressivität als auch der Liebe zueinander beherrscht. Vieles zwischen den beiden Brüdern, was im Dialog schnell geklärt werden könnte, bleibt unausgesprochen, artet meist aus.
Da ihnen das Geld für ein schnelle Vorankommen fehlt, müssen sie schließlich arbeiten - ein Zugfahrkarte will bezahlt sein. Als Erntehelfer zu dieser Zeit verdient man schnell und gut. So könnten sie das Geld für den letzten Teil der Reise schnell zusammen bekommen, würde sich nicht Quentin in seinen jungen Helferkollegen Hakim verlieben. Diese Liebe zerreißt die innige Beziehung der Geschwister und treibt sie auseinander. Das Ziel, gemeinsam anzukommen, scheint ferner denn je.

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Ein Film, der bewegt und zur Diskussion einlädt
Pascal-Alex Vincents Filmdebüt überzeugt. Trotz weniger Gespräch wird die Beziehung, ja die Hassliebe von Antoine und Quention deutlich. Die Eigenarten der Zwillinge werden plastisch und langsam schauckelt sich die Stimmung hoch. Von Frankreich nach Spanien unterwegs wirken sie nicht verloren, sondern zielstrebig und orientiert. Trotz allen Streits halten sie solange zusammen bis es zum Vertrauensmissbrauch kommt. Da die Geschichte auf der echten Beziehung der beiden Darsteller Victor und Alexandre Carril beruht, hat der Film eine spürbare Glaubhaftigkeit der Handlungen und Motive - ein Film, der bewegt und zur Diskussion einlädt.
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Ausschnitt aus dem Film:
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