Filmtipp
Evet, ich will
Emrah und Tim lieben sich. Aber weil Emrah Türke ist, steht ihre Beziehung vor einer gewaltigen Herausforderung. Und mit dieser sind sind sie nicht allein in der Multikulti-Heiratskomödie "Evet, ich will".

© Maxximum Film und Kunst GmbH
Emrah arbeitet in der Werkstatt seines Vaters. Gespielt wird die Rolle von Eralp Uzun, der unter anderem aus der Serie "Alle lieben Jimmy" bekannt ist.
Vor einem nicht minder schwierigen Problem stehen Dirk und Özlem. Sie sind seit einem Jahr zusammen – allerdings ohne das Wissen ihrer Eltern. Mit einer Heirat wollen sie ihre Liebe nun offiziell machen. Aber Dirks freigeistige Eltern lehnen die Ehe ab und Özlems Familie fordert, dass Dirk zunächst zum Islam konvertiert und sich beschneiden lässt. Für die beiden Verliebten ist das hingegen völlig egal. Sie sind anders als ihre Elterngeneration. Sie wollen vor allem eines: Ihre Gefühle mit einer Heirat besiegeln. Alle anderen Fragen, ob sie deutsch oder türkisch heiraten, ob ihre Kinder muslimisch oder christlich werden, spielt für sie keine Rolle.
Das Spiel mit den Stereotypen ist aber keinesfalls platt und bedient sich nicht der Holzhammermethode einiger deutscher Comediens. Im Gegenteil: Drehbuchautor und Regisseur Sinan Akkus –unter anderem bekannt als Herr Turculu aus der Serie „Stromberg“ – hat eine intelligente Komödie geschaffen. Sie zeigt pointiert das, was in der aktuellen Integrationsdebatte oft verloren geht: Integration ist keine einseitige, sondern muss eine zweiseitige Bemühung sein. Genauso wie Türken sich auf die deutsche Kultur einlassen müssen, müssen auch Deutsche versuchen, türkische Kultur zu verstehen. Nur dann heißt es am Ende: „Evet, ich will“ (Ja, ich will).
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