Filmvorstellung

Liebe bis in den Tod

Freundschaft, Liebe und Tod. Das sind die großen Themen von "More Than Friendship". Das studentische Filmprojekt rund um eine bisexuelle Ménage-à-trois von Regisseur Timmy Ehegötz läuft derzeit in ausgewählten deutschen Kinos und wird ab dem 29.11.2013 auch auf DVD erhältlich sein. Wir haben den Film für euch angesehen.

Bild: Pro-Fun/Beyond Pictures

Die Mittzwanziger Mia (Michèle Fichtner), Lukas (Jakob Graf) und Jonas (Holger Foest) sind bereits seit ihrer Jugend unzertrennlich, ihre Beziehung beschränkt sich dabei nicht nur auf platonische Freundschaft. Wie jedes Jahr machen sie sich mit einem alten Wohnmobil auf den Weg in den Urlaub, um ein paar schöne Tage zu erleben. Schnell wird klar, dass die drei jungen Leute mehr als nur Freundschaft verbindet. Doch bald zeichnet sich ab, dass der Kurztrip nicht so unbeschwert ist, wie es zunächst den Anschein hat. Denn Mia und Lukas müssen Abschied von ihrem todkranken Freund und Partner Jonas nehmen.

"Das ist mehr als Freundschaft. Es ist Liebe!"

Dreiecksbeziehungen eignen sich seit jeher sehr gut für interessante Geschichten in Film und Literatur. In "More Than Friendship" wird die Brisanz dieser unkonventionellen Lebensweise sogar noch durch eine bisexuelle Komponente in Form der Beziehung zwischen Jonas und Lukas verstärkt. Dabei geht es den drei Protagonisten nicht nur um körperliche Liebe, stattdessen befinden sie sich zu dritt in einer sehr innigen Liebesbeziehung. Dass diese Ausgangssituation glaubwürdig wirkt, verdankt "More Than Friendship" vor allem den unverbrauchten aber durchaus talentierten Hauptdarstellern.

  • © Pro-Fun/Beyond Pictures
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Das erste Drittel des Films nimmt sich viel Zeit, um die im Mittelpunkt stehende Beziehung und die daran beteiligten Figuren aufzubauen. Tatsächlich hat der Zuschauer schon nach wenigen Minuten das Gefühl, keine Schauspieler auf der Leinwand zu sehen, sondern echte Freunde und Liebende. Dieses Interesse an den Figuren ist auch der Grund dafür, dass der später stattfindende Stimmungswechsel umso emotionaler und beeindruckender wirkt. Denn "More Than Friendship" ist trotz der ersten halben Stunde, die an einen lockeren und liebenswerten Roadmovie erinnern, kein "feel good"-Film, nach dem man den Kinosaal mit einem breiten Grinsen im Gesicht verlässt.

Überdauert Liebe den Tod?

Die tragische Komponente von "More Than Friendship" zeichnet sich langsam aber mit zunehmender Dauer immer deutlicher ab. Dabei geht es nicht nur um den bevorstehenden Tod von Jonas. Durch gelegentliche Diskussionen in der Gruppe wird nach und nach immer deutlicher, dass die Beziehung der drei Protagonisten doch nicht so stabil und harmonisch ist, wie es zunächst wirkt. Dazu kommt die von Mia und Lukas zwar anfangs verdrängte, aber doch stets präsente Belastung, von ihrem Freund Abschied nehmen zu müssen.

Bild: Pro-Fun/Beyond Pictures

Timmy Ehegötz spricht in seinem Film viele große Themen an, die bei einem studentischen Filmprojekt dieser Größenordnung keinesfalls selbstverständlich sind. Vor allem die Konflikte zwischen Mia und Lukas einerseits und Jonas andererseits bezüglich dessen Weigerung, sich einer weiteren Chemotherapie zu unterziehen, wirft eindrucksvoll die Frage auf, wer denn nun Recht hat.

Jonas, der den Rest seines Lebens nicht in Krankenhäusern verbringen will oder Mia und Lukas, die sich an jeden Funken der Hoffnung klammern, den unausweichlichen Tod ihres Freundes nicht hinnehmen zu müssen. Und welche Auswirkungen wird sein Tod auf die Beziehung zwischen Mia und Lukas haben?

"More Than Friendship" ist sicher kein perfekter Film. Vereinzelt wirken die Dialoge etwas holprig und der ausschließlich aus hippen Indie-Popballaden bestehende Soundtrack dürfte wohl nicht jeden Geschmack treffen. Dennoch beweist der Film mit seiner lockeren und liebenswerten Art, dass Filme auch große Themen in einer beeindruckenden Tiefe behandeln können, ohne dabei gleich zu verkopft zu sein.

Film-Bewertungen

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16.11.2013  | Bild: © Pro-Fun/Beyond Pictures

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