KUNTERGRAU: Dieses Finale hat es in sich

dbna-Redaktion Von dbna-Redaktion
Szene aus dem Staffelfinale
© Kuntergrau

Spätestens als sich die Tür öffnet und Lukas mit großen Augen in die Kamera schaut, laufen auch beim letzten Zuschauer im Kino die Tränen. Das Staffelfinale von KUNTERGRAU berührt. Und auch als gestern die vorerst letzte Folge der Kölner Webserie endlich online geht, überschlagen sich die Kommentare auf YouTube.

„Wahnsinnig emotional das Ende. Mir liefen die Tränen“, schreibt ein Nutzer. Ein weiterer fügt hinzu: „Wow. Einfach nur wow. Mir fehlen gerade echt die Worte. So herzzerreißend und doch so wunderschön.“

Und tatsächlich schaffen die jungen Filmemacher es in über 26 Minuten die Geschichten ihrer Protagonisten zu einem emotionalen und berührenden Finale zu verflechten. Selbst die Darsteller verdrücken ein paar Tränen, als sie die Folge gemeinsam mit über 300 Zuschauern im Livestream schauten und kommentieren. „Ich kann da gerade nicht drüber reden,“ sagt ein sichtlich gerührter Fabian Freistühler als er gebeten wird, etwas zur letzten Szene der Staffel zu sagen.


Am Ende verknüpfen sich alle Handlungsstränge zu einem intensiven Moment

Wer die zweite Staffel verfolgt hat, dem wird aufgefallen sein, dass Jan, Noah, Marcel, Lukas und Leopold dieses Mal auf ganz eigene Pfade geschickt werden. Längst hat jede Figur eine eigene und überraschend tiefgründige Story, die wir in den insgesamt 85 Minuten neuen Staffel verfolgen dürfen.

© Kuntergrau
Szene aus dem Staffelfinale

Szene aus dem Staffelfinale

Sei es Marcel, der sich das erste Mal richtig verliebt, Lukas, der sich mit dem schlechten Verhältnis zu seinen Eltern konfrontiert sieht oder Jan, der aus Einsamkeit und Sehnsucht nach Nähe in die Sexarbeit abrutscht.

Und genau diese einzelnen Geschichten finden in der aktuellen Folge ein mehr oder weniger abgeschlossenes Ende.

„Wie kann ich solche Gefühle haben und nicht schwul sein?“ - KUNTERGRAU stellt die ganz große Frage.

„Was ist eigentlich Liebe?“ Man könnte meinen, unter diesem Motto stünde die gesamte zweite Staffel. Kann man einen Menschen lieben ohne ihn sexuell anziehend zu finden? Wie weit geht man sexuell, um seinen Partner zu befriedigen? Kann die Liebe von Eltern für ihr Kind weniger werden? Ist Freundschaft Liebe?

Und obwohl die Macher natürlich keine klare Antworten auf die Fragen geben, regen sie doch zum nachdenken kann. Besonders, dass Philipp und Marcel sich fragen müssen, ob Liebe ohne Sexualität bestehen kann, scheint viele Zuschauer zu berühren - denn es ist ein seltenes Thema.

„Die Botschaft, dass man sich in eine Person und nicht unbedingt in ein Geschlecht verliebt…WOW", schreibt zum Beispiel ein begeisterter Zuschauer.

Und auch die Geschichten von Jan und Lukas berühren über die Grenzen des Monitors hinaus und sorgen dafür, dass alle Social-Media-Plattformen von KUNTERGRAU mit dem Wunsch nach einer dritten Staffel geflutet wird.

 

Unklare Zukunft für KUNTERGRAU



Doch wie es mit KUNTERGRAU weitergeht, ist noch nicht entschieden. „Wir lieben unsere Figuren, wir lieben das Projekt, aber nach 1,5 Jahren brauchen wir mal eine kreative Pause.“ beantwortet Regisseur Kai Kreuser die Frage nach einer dritten Staffel im Livestream. Das klingt nicht nach einem Ende. „Ohne euch wäre das nicht möglich gewesen.“, wendet sich Daniel Kosic an die Zuschauer „Vielen Danke, dass ihr das möglich gemacht habt.“



Und es stimmt. Ein Projekt wie KUNTERGRAU als Teil der freien Jugendarbeit ist nur durch Spenden möglich. „Wenn ihr wollt, freuen wir uns über jede Spende an das Filmteam des anyway e.V., damit wir weiter queere Geschichten von schwulen Männern für schwule Männer erzählen können", beendet das Team den Livestream.



Ein letztes Grinsen in die Kamera und der Livestream ist vorbei. 



Wenn ihr die Arbeit des Filmteams unterstützen wollt, könnt ihr das unter www.kuntergrau.net/spenden.

Hier gibt es alle Folgen der ersten und der zweiten Staffel von Kuntergrau

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Artikel veröffentlicht: 15.05.2017