Kuntergrau: Die erste neue Folge ist online

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Kuntergrau
© Kuntergrau

Sex, Sex, noch mehr Sex: Das war der Eindruck von vielen, die den Teaser der zweiten Staffel Kuntergrau gesehen haben. Doch schon die erste Folge beweist: Es geht um viel mehr.

Die ersten zwei Minuten der zweiten Kuntergrau-Staffel haben es in sich. Die Darsteller knutschen, blasen, ficken, mal härter, mal softer, aber nie stumpf, und immer sinnlich. Als Teaser wurden diese Szenen Anfang April hochgeladen.

Davon waren viele schockiert. „Was ist das? Ein Porno?“, fragte ein Nutzer auf Facebook. „Der Teaser bricht mein Herz“, kommentierte sogar ein anderer auf YouTube. Er sei „klischeehaft, realitätsfremd, verzerrend, generalisierend, die Homogegner auf den Plan rufend und damit schlichtweg unnötig.“

Die Themen: Probleme mit der Familie oder nach der Trennung

Natürlich wussten die Macher der Webserie, wie das Publikum auf die Szenen reagieren wird. Sex sells – und Sex polarisiert, besonders unter Schwulen, die auf keinen Fall in irgendwelchen Schubladen landen wollen. Dabei gehört Sex zum Leben eines schwulen Mannes dazu, genau wie für Heteros, Bi- und Pansexuelle. Das zu zeigen, ist auch eine Errungenschaft von Kuntergrau. Allzu oft taugen schwule Männer in Mainstream-Produktionen allenfalls zum besten Freund.

Außerdem können alle Fans aufatmen: Schon in der jetzt veröffentlichten ersten Folge wird deutlich, dass es um viel mehr geht: Etwa darum, wie sich die Bilderbuch-Beziehung von Lukas und Leopold weiterentwickelt, aber auch um Lukas‘ Probleme mit seiner Familie.

Oder um das erste Aufeinandertreffen von Jan und Noah nach der Trennung, um die Unsicherheit und das Unbehagen, die beide verbinden. Um Taxigeld, das Jans neuer Lover ihm großzügig zusteckt, und um die Vorurteile, mit denen Marcel klarkommen muss. Kein Grund also, dass irgendwelche Herzen brechen. Zumindest noch nicht.

Links zum Artikel

Kommentare
Kommentare werden geladen
dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!
Artikel veröffentlicht: 24.04.2017