Musik

Verdrehte Schnüre oder verbogene Saiten?

Trashy von der Band „Twisted Strings“ erzählt über den Bandnamen, warum er Versteckspiele nicht mag und wieso man mit ihrer Musik für jede Lebenslage gewappnet ist.

Bild: Igor Essling

Seit etwa drei Jahren reist Trashy mit seiner Band  „Twisted Strings“ nun schon durchs Land, um die Fans mit der Mischung aus Rock und Pop zu begeistern. Dabei haben sie schon Bands wie 5Bugs, Random Hero oder Aloha From Hell begleitet. Das bisher größte Konzert hatten sie vor kurzem. „Im Juni spielten wir auf dem Hessentag mit Frida Gold und Silbermond. Wenn wir daran zurückdenken, bekommen wir immer noch eine Gänsehaut“, erzählt Trashy aufgeregt.

Neben dem 23-jährigen Bassisten Trashy besteht die Band noch aus Matt, dem 24-jährigen Sänger und Gitarristen, Gruni (24) an der zweiten Gitarre und Drummer Sascha, der 23 Jahre alt ist.

Für Trashy fing alles im Alter von sechs Jahren an: „Ich trat einem Kinderchor bei und seitdem war für mich klar, dass Musik mich immer begleiten soll“, erinnert er sich. Danach war er in einem großen Schulchor und spielte nebenbei zehn Jahre lang Saxofon in Orchestern und Big Bands. „Dann hing ich alles an den Nagel und begann Bass zu spielen. Nach einer Heavy Metal Band und einer musikalischen Pause kam ich zu Twisted Strings.“

Warmherzige, eindringliche, aber auch ironische Musik

Dort sorgt er zusammen mit seinen Bandkollegen für Songs, die gerne im Ohr bleiben und an die man sich noch Stunden später erinnert, wenn einen die Melodie wieder einholt. Die Musik der „Twisted Strings“ ist unaufdringlich und warmherzig, hat Rockelemente und scheut auch in den Texten Ironie nicht.

Vor allem die Stimme des Sängers Matt ist vielseitig, von gefühlvoll über kraftgeladen hin zu mitreißend. „Unsere Songs werden durch den Gehörgang ins Herz weitergeleitet und fühlen sich dort sofort zu Hause“, bringt es Trashy auf den Punkt.

Bild: Igor Essling

Einer dieser Songs ist „Come on have heart“, in dem es um die Verschiedenheit der Menschen geht. Jeder soll das Recht haben so zu sein, wie er sich am wohlsten fühlt, ist die Aussage des starken und energiegeladenen Liedes.

„Anders zu sein ist schön. Der Song ist quasi eine Ansage an die Menschen, die das nicht so sehen wie wir, sie sollen einfach ein Herz haben“, erklärt der Bassist. Wie diesen Track haben die vier Bandmitglieder und ihr Produzent alle Songs selbst geschrieben. Etliche Tage und Nächte arbeiteten sie zu fünft am aktuellen Album.

Aktuelles Album: „Under The Night Sky“

Die insgesamt zehn Stücke des aktuellen Albums folgen weitestgehend einer klaren Linie, werden aber trotzdem nie langweilig. Jeder Track ist für sich genommen einzigartig, wobei besonders der Song „Too dirty“ auffällt. Die meisten Songs sind mit einem zwinkernden Auge geschrieben und nicht immer ganz ernst zu nehmen, so auch dieser. „Es geht um einen Jungen, der ein ziemlicher Nerd ist und einfach nicht merkt, dass eigentlich alle Mädels auf ihn stehen.

Leider versaut er sich selbst die Tour durch seine regelmäßig verpeilte Art“, ergänzt Trashy. Neben den fröhlichen Songs finden sich auf dem Album aber auch melancholischere und nachdenklichere Titel wie „One more wish“ oder „Love is war“, die durch viel Gefühl überzeugen.

Das Ziel der „Twisted Strings“ ist es, „mit unserer Musik einfach die Welt zu erobern, den Menschen zu präsentieren und ihnen damit eine schöne Zeit zu beschaffen“, sagt Trashy. Das schaffen sie mit ihrem aktuellen Album auf jeden Fall, denn man kann sich mit den Texten identifizieren, dazu verbreiten die Songs gute Laune.

Wichtig ist der Band auch zu zeigen, dass man nur einmal lebt. „Und dieses eine Mal soll doch für einen selbst so perfekt wie möglich sein, oder?“, fragt der Bassist mit einem Lächeln. Die Songs sind dabei so abwechslungsreich, da sei einfach für jede Lebenslage etwas dabei.

„Auf Versteckspiele habe ich keine Lust!“

Dass Trashy schwul ist, war für seine Bandkollegen nie ein Problem. Im Laufe eines Gesprächs, einigen Albereien und der Frage nach seiner Freundin hat er es ihnen erzählt. „Ich bin für meine Jungs wie jeder andere, auf Tour und im Studio schlafen wir in einem Raum, wir reden über alles und es gibt keinerlei abfällige Kommentare“, weiß er zu berichten.

Trashy (23)

Trashy (23) Bild: AFP

Dass er es ihnen sofort mitgeteilt hat, war für ihn selbstverständlich. Der Bassist geht sehr offen mit seiner Homosexualität um, auch wenn er sich nicht betont klischeehaft verhält oder Vorurteile bestätigt. Er ist so, wie er ist, und wenn ihn jemand fragt, bekommt er eine ehrliche Antwort. „Auf Versteckspiele habe ich keine Lust, ich würde mir nie eine Freundin zur Tarnung ausdenken“, sagt der extrovertierte Musiker.

Genauso würde er seine Homosexualität nur bedingt gut verkaufen wollen. In einem gewissen Maße findet er das legitim, solange es ihn nach Vorne bringt. Was man aber in Castingshows wie bei DSDS sieht, kann er nicht nachvollziehen.

„Ich habe immer das Gefühl, dass das alles nur Theater ist und viele sich selbst verstellen und extremer werden. Die, die es nicht selbst tun, werden dann zur Marionette von ihrem Manager“, findet er. Dass dabei alle Klischees bedient werden, hält er für „einfach nur ekelhaft.“

Bandname ohne Bedeutung

Der Bandname hat übrigens keinen tieferen Sinn. Während Pizza und Cola nach dem ersten Auftritt kamen sie einfach so auf den Namen. „Man kann aber die Bedeutung auslegen, wie man möchte“, ergänzt Trashy. Ob es verdrehte Schnüre oder doch verbogene Saiten sind, bleibt nun also den Hörern überlassen, wenn sie in die Songs von „Twisted Strings“ reingehört haben…



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20.06.2012
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