Die langen Nächte der Stille
Tycho und Oliver sind getrennt; endgültig? Monate vergehen, Tycho kann nicht loslassen. Gleichzeitig steht sein neues Leben Kopf. Seine Mitbewohnerin Vonda zieht ihn wie ein Wirbelsturm mit in Sphären, von den Tycho nie zu träumen gewagt hätte. Doch hält die Freundschaft das au?

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Die Beziehung zwischen Tycho und Oliver ist gescheitert, doch Tycho kann nicht loslassen.
So ist in allem irgendwo Oliver präsent. Seine Gedanken und Überlegungen hält Tycho in Schreiben an seinen Geliebten fest – die er allerdings nicht abschickt. Dazu nutzt er die Nächte, denn tagsüber hält ihn seine Freundschaft zu Vonda – eine fabelhafte Sängerin – auf Trab.
„Vonda's Voice“ und der Eurovision Song Contest
Erst recht nachdem diese ihn und ihren Mitbewohner Moritz mit in den Eurovision Song Contest hineingezogen hat, denn zusammen haben sie als „Vonda's Voice“ sich für den holländischen Vorentscheid beworben. Und doch, während dieser Zeit meint er sich von Oliver verabschieden zu können. Er macht ihm – auch wieder nur symbolisch in einer nicht versandten E-Mail – ein letztes Geständnis.
Selbstzweifel und unsichere Freundschaft
Doch Tychos soziales Umfeld ist stabil. Seine Eltern haben seine Homosexualität problemlos akzeptiert und bieten ihre Hilfe in allen Belangen immer wieder an. In der Zeit des Song Contests werden sie auch zu Wegbegleitern. Doch Tycho zweifelt an sich selbst, an der Freundschaft zu Vonda, die immer undurchsichtiger wird, und an seinem, ihrem gemeinsamen Weg. Und auch das Thema „Oliver“ ist doch nicht beendet – es kommt zur überraschenden Wende.
Mit „Die langen Nächte der Stille“ präsentiert Edward van de Vendel ein vielschichtiges Werk mit verschiedenerlei Erzählstilen und -perspektiven. E-Mails aus Tychos Sicht, dann Berichte von ihm und ein objektiver Erzähler wechseln sich immer wieder ab und lockern den Erzählstil auf, halten ihn gleichzeitig im Fluß, aber sie überschneiden sich aber auch durch Rückblenden und Vorgriffe.
Eine Welt aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit vielerlei Facetten tut sich so auf: komplizierte und manchmal zerrissene, gleichfalls ratlose Charaktere stehen im Mittelpunkt und spiegeln so das wahre Leben wider. Wahrheit und Lüge, Ehrlichkeit und Schauspiel sowie Nähe und Distanz sind die Motive, ja Pole, zwischen denen die Hauptpersonen hin und her geworfen werden. Dieses Buch läßt nicht kalt, es bewegt und lädt den Leser zu Überlegungen und Selbstreflexion ein.




