"Nachts lernen"
Mit „Nachts lernen“ wirft Sebastian Walther die klassischen Fragen junger Homosexueller auf: Wie geht man mit dem inneren Coming-out um? Wie soll man auf homophobe Äußerungen reagieren? Muss ich mir von Erwachsenen alles bieten lassen?

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Eingeständnis gegenüber sich selbst
Mit seinen 18 Jahren beginnt er immer mehr über sich selbst zu grübeln. Auslöser dafür ist nicht nur Daniel aus der Parallelklasse, den er am Ende eines Schultages im Park zum ersten Mal sieht und mit dem er kurze Zeit darauf Seite an Seite auf einer Matratze schläft. Generell beschäftigt ihn das Thema Homosexualität. Das Eingeständnis gegenüber sich selbst fällt ihm dabei leichter, als es vor anderen zuzugeben. Auch sein bester Freund Markus ist außen vor. Als Daniel mit einem Mädchen zusammen kommt, ist erstmal der Ofen aus für Tobias. Er platzt schier vor Eifersucht - und zieht die Konsequenzen: Die meiste Zeit verbringt er alleine, ohne die Clique.
Schwieriger Einstieg
Zugegeben: Der Einstieg in Sebastian Walthers Werk „Nachts lernen“ ist nicht ganz so einfach. Zu Beginn fallen Redundanzen, zu kurze Sätze und Oberflächlichkeiten ins Auge. Doch je weiter man in das Buch einsteigt, desto mehr gewinnt es an Tiefe und Schärfe. Auch bezeugt es schließlich die Literaturkenntnisse des Autors, der offensichtlich, wie der Hauptcharakter selbst, mit jedem Kapitel an Selbstvertrauen gewinnt.
Schließlich gleiten dem Leser die Seiten nur so durch die Hand und jeder innere Monolog legt Zeugnis über die vielfältigen Gedanken und Überlegungen junger Schwule ab. Ob ungeoutet oder schon geoutet, Tobias' Wälzungen im Kopf dürften jedem bekannt sein – definitiv eine Stärke dieses Buchs. Für einen Abend Kurzweil bei herbstlichem Regenwetter ist „Nachts lernen“ nur zu empfehlen.




