Allein die Welt dazwischen

Peter Hofmann, der drei Mal das Literatur-Stipendium des Kultusministeriums Brandenburg erhielt und 1993 für den Literaturpreis der schwulen Buchläden nominiert wurde, erzählt die Geschichte von Klaus, der gemeinsam mit seinem Freund Henry, nach drei Jahren seine Eltern in der Provinz besucht.

Peter Hofmann, der drei Mal das Literatur-Stipendium des Kultusministeriums Brandenburg erhielt und 1993 für den Literaturpreis der schwulen Buchläden nominiert wurde, erzählt die Geschichte von Klaus, der gemeinsam mit seinem Freund Henry, nach drei Jahren seine Eltern in der Provinz besucht.

Das Wort "schwul" wird während des Aufenthaltes bewusst gemieden. Anfangs scheint alles glatt zu gehen: Man unterhält sich über unwichtige Dinge und jeder ist darauf bedacht die äußere Fassade zu erhalten. Doch das Wochenende mit der Familie ist bedroht: Henry hat ein Jobangebot im Hamburg bekommen und hat sich noch nicht getraut Klaus davon zu erzählen, Henry stellt die falschen Fragen an seine "Schwiegereltern", im Dorf wird über Klaus getratscht und die Mutter hat Klaus' Bruder und seine homophobe Frau zum gemeinsamen Familienessen eingeladen. So nimmt das Unheil seinen Lauf - der Wochenendausflug wird zum Horrortrip.

Durch den gesamten Text zieht sich eine Atmosphäre der Anspannung.
Der Roman ist leicht verständlich und in kurzen Sätzen geschrieben. Der Autor wechselt zwischen zwei Zeitebenen und zwei Perspektiven, so, dass der Leser ( fast ) nie den Überblick verliert.

Positiv ist, dass die ( An- ) Spannung bis zum letzten Satz des Romans anhält. Die Geschichte profitiert davon, dass ein für den Leser spannendes Thema, nämlich, wie reagiert die Familie, wenn ich als Mann einen Schwiegersohn vorstelle, behandelt wird. Die Beschreibung des spießigen Dorflebens und der dort geltenden, ungeschriebenen Regeln lädt zum Nachdenken ein.

Negativ zu bemerken ist, dass die kurzen Sätze zu oft eingesetzt werden und deshalb nicht mehr als Stilmittel ihre Wirkung erzielen, sondern eher den Lesefluss stören. Ebenfalls gestört hat mich die vulgäre Sprache Hofmanns, wenn er die Sexszenen beschreibt. Insgesamt wirkt die Geschichte irgendwie gestellt; es fehlt ihr die Lebendigkeit.



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Quelle: amazon.de