Buchvorstellung
Nicht ohne meine Pfoten!
Aus alltäglichen Situationen mit dem geliebten Hund oder der verkuschelten Samtpfotewerden Augenblicke, die wir nie vergessen. Genau solche Situationen schildern Christoph Klimke und Sarah Mondegrin in ihrem Buch „Nicht ohne meine Pfoten! – Katzen, Hunde, Lesben, Schwule“.

© Querverlag
Christoph Klimke erzählt dabei durchaus autobiografisch. Der Schriftsteller und Dramaturg schildert die prägendsten Erlebnisse seines Lebens, bei denen ihm fast immer ein Hund zur Seite stand. Vom gemeinsamen Urlaub mit seinem Freund in Italien, wo beide die Straßenhunde beobachten und bewundern, über gemeinsame Zeit an der Ostsee, die der Hund Joi bereichert und der auch nachhaltig zur Schönheit der Reise beiträgt.
Klimkes persönliche Erfahrungen
Klimkes Erzählweise ist durchweg detailliert und mit vielen persönlichen Erfahrungen gespickt, indem er beispielsweise die Uraufführungen seiner Theaterstücke oder den Gewinn des Förderpreises für Literatur des Landes Nordrhein-Westfalen einbaut. Dadurch erhalten seine Episoden eine Authentizität, die es ermöglicht, sich mit der Figur zu identifizieren.
In seinen meist chronologisch erzählten Geschichten geht es aber auch um den Alltag mit dem besten Freund des Menschen. Er beschreibt das tägliche Gassi-Gehen und die Hoffnung auf die richtige Konsistenz der „Käckerchen“, wie er sie nennt. Wer selbst einen Hund hat oder hatte, sieht sich in genau den selben Situationen, die Christoph Klimke schildert. Dass auch traurige Momente zum gemeinsamen Leben von Mensch und Tier gehören, wird auf besonders emotionale und rührende Weise gezeigt: der Moment, in dem es für den Hund keine bessere Hilfe als die Einschläferungs-Spritze des Tierarztes gibt. Da kann beim Lesen auch schon die ein oder andere Träne fließen.
Dazwischen: Geschichten von Sarah Mondegrin
Eine nette Abwechslung bieten die Geschichten von Sarah Mondegrin, die unregelmäßig zwischen den Erlebnissen von Christoph Klimke stehen. Bei ihr steht jede Erzählung abgeschlossen und eigenständig da, es gibt also keinen Handlungsverlauf. Doch gerade darin liegt der Reiz: Die verschiedensten Personen, die verrücktesten Situationen und schließlich die immer variierenden Haustiere sorgen für viel Unterhaltung beim Lesen. Hunde und Katzen, die sich bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 vor lauter Vuvuzela-Lärm unter dem Sofa verstecken, dienen als Nebenhandlung zu Fußball schauenden Lesben, unter denen es zu Streit und Beziehungskrach kommt. An anderer Stelle erlebt man aus der Sicht einer Katze, wie sie selbst und ihr Frauchen zunehmend älter und schwächer werden – mit offenem Ende.
Mondegrins Geschichten zeichnen sich aus durch ihren sehr guten Schreibstil, abwechslungsreiche Situationen, geniale Einfälle und gezielte Komik. So beispielsweise eine junge transsexuelle Frau, die auf den Hund einer älteren Dame aufpasst, um über ihre Trennung hinwegzukommen. Den Irish Setter „Celia“ will sie aber bei einem Bäcker für ein paar Stunden abgeben, damit sie rechtzeitig beim JobCenter eintreffen kann. Dass der Hund eigentlich nicht in die Backstube darf, stört sie dabei wenig. Stattdessen nutzt sie ihren neu gewonnenen weiblichen Charme, bis der junge Bäcker aufgibt – und sie als erstes im „Joop-Center“, wie sie es nennt, sein kann.
Ein Buch, das die Laune hebt
Insgesamt ist das Buch perfekt für verregnete Sonntage oder neblige und düstere Stunden im Herbst. Es hebt die Laune und lässt sich leicht und gut lesen. Besonders all denjenigen, die selbst ein Haustier haben, wird es besonders gefallen. Sie werden sich in vielen Beschreibungen und Verhaltensmustern wiedererkennen und nicht selten schmunzeln, öfter auch laut lachen müssen. Für alle anderen gibt es einen lebensnahen Einblick in die verrückte Welt der Haustiere und die vielleicht noch verrücktere Welt der Lesben und Schwulen.




