Neu auf DVD: Die Mitte der Welt

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Nicholas (Jannik Schümann, rechts) und Phil (Louis Hofmann) spielen leidenschaftlich, ohne kitschig zu werden.
© Universum Film

"Die Mitte der Welt" war ohne Zweifel einer der wichtigsten Filme des vergangenen Jahres. Am Freitag erscheint die Roman-Verfilmung von Regisseur Jakob M. Erwa auf DVD und Blu-ray. dbna verlost drei Exemplare.

Phil (Louis Hofmann) hat alles andere als eine normale Familie: Zusammen mit seiner Zwillingsschwester Dianne (Ada Philine Stappenbeck) und seiner Mutter Glass (Sabine Timoteo) lebt er in Visible, einem riesigen und alten Haus außerhalb der Stadt. Die Mutter, gebürtige US-Amerikanerin, blickt mit Verachtung auf die Menschen in der Stadt – und genauso kritisch beäugt die Stadt die Familie.

Von einem Sommercamp kehrt Phil zurück nach Visible. Das Verhältnis seiner Schwester zur Mutter ist anders, doch erst einmal ist es wichtiger, endlich wieder seine beste Freundin Kat (Svenja Jung) zu treffen. Sie, die aufmüpfig-verrückte Tochter des Schuldirektors, hat große Neuigkeiten: Sie bekommen einen neuen Schüler in die Klasse – Nicholas (Jannik Schümann).

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Herausforderung: 500 Seiten Roman in zwei Stunden Film

Die Geschichte von „Die Mitte der Welt“ dürfte vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen bekannt sein. Der Roman von Andreas Steinhöfel aus dem Jahr 1998 ist ein Klassiker, nicht nur für junge Schwule. Schon lange sollte das Buch verfilmt werden, doch es gab immer wieder Verzögerungen, bis sich Regisseur Jakob M. Erwa der Sache angenommen hat.

Der Regisseur kannte das Buch, es hat ihm selbst geholfen, wie er im dbna-Interview verraten hat. Es muss eine Herausforderung gewesen sein, die fast 500 Seiten zu einem knapp zweistündigen Film einzustampfen. Doch es ist ihm gelungen: Er hat einige Nebenpersonen und Handlungsstränge gestrichen und sich stattdessen auf die familiären Konflikte und noch mehr auf die Beziehung von Phil und Nicholas konzentriert.

Ständiger Wechsel von Drama und Komik

Die vielen Zeitsprünge, die es im Roman gibt, hat Jakob M. Erwa beibehalten, ist aber bei zwei Altersstufen geblieben. Die hat er durch geschickte Rückblenden perfekt in die Handlung eingewoben, ohne – wie im Buch – teils langatmig zu wirken.

Besonders gelungen ist die Musik im Film, die den stetigen Wechsel von Drama und Komik unterstützt und ihm eine besondere Dynamik verleiht. Daneben sind es sehr schnelle Schnitte und die kurzen Szenen, die an Dia-Vorträge (oder an „Kuttner plus Zwei“) erinnern und etwa gleich zu Beginn die Familie vorstellen, die einen schnellen Rhythmus vorgeben.

Große Gefühle – frei von Kitsch oder Rührseligkeit

Dabei sind es auch die ruhigen Szenen, die den Film ausmachen und für Ausgewogenheit sorgen. Der Moment etwa, als Nicholas zum ersten Mal das Klassenzimmer betritt – in Zeitlupe, versteht sich – ist überspitzt, zeigt aber genau, was dieser Junge mit Phil macht: Er ist hin und weg von ihm.

Die Schmetterlinge, die Phil im Bauch hat, kann der Zuschauer ganz frei von Kitsch oder Rührseligkeit miterleben. Als ihm Nicholas dann auch noch im Supermarkt zuzwinkert, ist es eine Explosion der Gefühle für den 17-Jährigen. Dieses Lächeln, das Zwinkern, und Phil ist der glücklichste Mensch der Welt. Sowohl Louis Hofmann als auch Jannik Schümann schaffen es, diese Stimmung authentisch rüberzubringen.

dbna-Gewinnspiel: 3 DVDs

Das gilt auch für die erotischen Szenen, die Jannik nicht leichtgefallen sind, wie er im dbna-Interview erzählt hat. Diese Szenen sind so behutsam und sinnlich, wir sind Phil und Nicholas so nah, erkennen jeden Tropfen auf der Haut der beiden. Sie strahlen so viel Erotik aus.

Wer den Roman vorher nicht kannte, der wird den Film lieben, weil er eine kleine, in sich stimmige Welt erschafft und mit einer Handlung ausstattet, die einen lange berührt. Doch auch die Fangemeinde des Buches kommt mit der Verfilmung auf ihre Kosten: Visible sieht aus, wie man es sich vorgestellt hat. Viele Bilder, die beim Lesen entstehen, treffen genau so auf den Film zu, weil sich Jakob M. Erwa in vielen Punkten und Dialogen an die Vorlage hält. Wenn es einen Film gibt, für den es sich dieses Jahr lohnt, ins Kino zu gehen, dann ist es „Die Mitte der Welt“.

Der Film ist ab Freitag, 12. Mai auf DVD und Blu-ray erhältlich. dbna verlost zum DVD-Start 3 DVDs. Einfach das Formular ausfüllen und mit etwas Glück gewinnen!

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Teilnahmebedingungen: Die erhobenen Daten dienen lediglich der Durchführung des Gewinnspiels und werden nicht an Dritte weitergegeben. Die Auslosung des Gewinns erfolgt unter allen Teilnehmern. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Informationen zum Datenschutz. Einsendeschluss: 19.05.2017

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Artikel veröffentlicht: 10.05.2017