Schulkultur gegen Homophobie
Bisher hat sich der 19. Hamburger Senat in der Homopolitik nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Zwar formulierten die regierenden Parteien CDU und GAL (hanseatisches Pendant zu Bündnis 90/Die Grünen) 2008 in ihrer Koalitionsvereinbarung Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von homosexuellen Menschen, die Verwirklichung blieb bisher allerdings aus.

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Schüler in Hamburg sollen auf Suche nach ihrer sexuellen Identität Unterstützung erhalten.
Materialien-, Methodenbox und Fortbildungen
Das soll sich nun ändern. Verfasste man im Koalitionsvertrag noch, dass Jugendlichen bei der Entwicklung ihrer sexuellen Identität in der Schule umfassende Hilfestellung geleistet werden soll, wird man nun konkreter. Die Behörde für Schule und Berufsbildung stellt für das kommende Schuljahr eine neue Materialien- und Methodenbox für den Unterricht zur Verfügung, die von Lehrkräften zur Gestaltung des Unterrichts eingesetzt werden soll. Außerdem wird eine Beratungsstelle geschaffen, die Schulen, Lehrern, Eltern und Schülern zur Seite stehen soll. Ferner soll ein spezielles Fortbildungsangebot für Referendare (angehende Lehrer) geschaffen werden.
Diese Maßnahmen sind mehr als nur ein Schritt in die richtige Richtung, sie können wegweisend für einen neuen Umgang mit Sexualität sein und Homosexuelle in ihrer Individualität stärken.
Angebot nur für Referendare
Unverständlich bleibt allerdings, warum das Fortbildungsangebot nur für Referendare gilt. Immerhin sind alle Lehrkräfte in Hamburg zur regelmäßigen Weiterbildung verpflichtet, es wäre ein Leichtes jene Fortbildung für alle Lehrkräfte verpflichtend zu machen.
Ebenfalls fraglich bleibt, ob das Verfügbarmachen der Methodenbox zugleich zur Thematisierung der Homosexualität im Unterricht führt. Verpflichtend sind Lehrinhalte nur, wenn sie im Bildungsplan stehen. Auch hier gibt es Nachholbedarf, möchte man erreichen, dass Homosexualität auch jenseits des Biologieunterrichts thematisiert wird.
Ziel: Schulkultur gegen Homophobie
Das Ziel der vorgestellten Maßnahmen sei eine Schulkultur zu entwickeln, in der sich jeder, vom Schüler, über den Hausmeister, bis hin zum Schulleiter gemeinsam gegen Homophobie einsetzt. Es bleibt zu hoffen, dass unter dem offen homosexuell lebenden Bürgermeister Ole von Beust (CDU) noch weitere Maßnahmen ergriffen werden, um dieses hochgesteckte Ziel zu erreichen.
Quelle: hamburg.de, cduhamburg.de




