Homo-Ehe in Argentinien

Argentinien ist nun der Vorreiter Südamerikas: Als erstes Land dieses Teilkontinents führt Argentinien die Homo-Ehe mit gleichen Rechten und Pflichten ein. Trotz einer riesigen Kundgebung in der Landeshauptstadt Buenos Aires stimmte der Senat dem Gesetz zu.


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Argentinien führt die Homo-Ehe ein.
Die Homo-Ehe wird Realität in Argentinien. Am vergangenen Donnerstag wurde der Weg für die Eheschließung homosexueller Paare letztendlich  geebnet: Der Senat stimmte mit 33 zu 27 Stimmen bei drei Enthaltungen der Einführung der Ehe für schwule und lesbische Paare in Argentinien zu. Damit wird eine absolut gleichberechtigte Homo-Ehe, das heißt eine Ehe mit den gleichen Rechten und Pflichten für homosexuelle wie für heterosexuelle Ehepaare, Realität.

Die katholische Kirche in Argentinien rief im Vorfeld der Abstimmung des argentinischen Senats über die Einführung der Homo-Ehe zum Protest auf. Rund 60.000 Menschen folgten dem Aufruf und taten in Buenos Aires ihren Unmut kund. „Sagt ja zur echten Familie“ und „Wir wollen einen Papa und eine Mama“ waren Transparentaufschriften, die Demonstranten am Dienstagabend (Ortszeit) vor dem Kongressgebäude hochhielten.

Die Mobilisierung der Homo-Ehe-Gegner für die Kundegebung fand nicht nur über die katholischen Schulen des Landes, sondern auch über das Online-Netzwerk Facebook und den Kurznachrichtendienst Twitter statt. Gut 90 Prozent aller Argentinier sind katholisch.

Für den Erzbischof der argentinischen Hauptstadt, Jorge Bergoglio, ist die Ehe zwischen Mann und Frau „der einzige natürliche Weg der Nachwuchszeugung“. So stand es in einer Botschaft des Geistlichen, die vor der Menschenmege verlesen wurde. Einen „großen Rückschritt“ würde es bedeuten, sollte der Senat der Homo-Ehe am Mittwoch zustimmen, warnte der Erzbischof. Als Gegendemonstranten fanden sich knapp 200 Personen ein, welche die Gleichberechtigung Homosexueller unterstützen. Auch Präsidentin Cristina Kirchner fand deutlich Worte: Die Argumente der Kirche gegen eine gleichberechtigte Homo-Ehe führten zurück in die „Inquisition“.

Bereits Anfang Mai diesen Jahres passierte der Gesetzestext das Abgeordnetenhaus. Der Widerstand gegen die Refom war im Senat deutlich größer. Bis in die Morgenstunden dauerte die entscheidende Sitzung, in der das Vorhaben schließlich doch Zustimmung fand. Damit ist das Land der erste Staat Lateinamerikas mit einer solchen Homo-Ehe, die keine Diskriminierung mehr kennt.


Quelle: focus.de, stern.de