Grüne Kritik an Regierung
Die Grünen gehen mit der schwarz-gelben Regierung scharf ins Gericht: „Die Bundesregierung vernachlässigt und ignoriert die Belange homosexueller Jugendlicher“, sagt der Grünen-Abgeordnete Kai Gehring und will einen nationalen Aktionsplan gegen Homophobie.

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Zwar ist die Antwort der christlichliberalen Regierung noch nicht öffentlich, doch der 33-jährige Gehring läßt einige Informationen durch. Besonders stößt ihm auf, dass der Bund „keine Maßnahmen ergreift, um der Gewalt gegen lesbische, schwule und bisexuelle Jugendliche entgegenzuwirken“ wie aus der Antwort hervorgehe.
Unwissende Regierung?
Die Regierung stelle sich auch unwissend: Es gäbe innerhalb der Bundesbehörden „keine statistischen Daten zur Rate der Suizidversuche bei lesbischen und schwulen Jugendlichen.“ Gehring, seit 2005 Abgeordneter im deutschen Bundestag und offen schwul, hält dagegen, dass eine ältere Antwort der Regierung solche Zahlen enthalte.
So schrieb die Bundesregierung 2007 auf eine Anfrage: „Einer Studie der Berliner Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport von 1999 zufolge hatten 18 Prozent der schwulen oder lesbischen Jugendlichen bereits einen oder mehrere Suizidversuche hinter sich, mehr als die Hälfte hatte bereits an Selbst- mord gedacht. Damit ist das Suizidrisiko bei gleichgeschlechtlich orientierten Jugendlichen viermal höher als bei Jugendlichen mit heterosexueller Orientierung.“
„Desinteresse und Ignoranz beschähmend“
„Das Desinteresse und die Ignoranz gegenüber fünf bis zehn Prozent der Jugendlichen ist beschämend und nicht hinnehmbar“, befindet Gehring. Für ihn ist klar: Deutschland brauch einen nationalen Aktionsplan gegen Homophobie und Präventionsstrategien gegen Mobbing.




