Schwul und rausgeflogen: Wer hilft?

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Leon hat sich als Obdachloser verkleidet: Wer hilft ihm?
© YouTube/anyway.tv

Wie viel Hilfe bekommt ein schwuler Jugendlicher, der von seinen Eltern rausgeschmissen wurde? Ein soziales Experiment in Köln will das herausfinden. Anlass ist der Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie.

Das Coming-out gehört für schwule, lesbische, bisexuelle und trans* Jugendliche zum Erwachsenwerden dazu. Erst wenn Familie und Freunde Bescheid wissen, lebt es sich frei und offen. Aber leider gibt es noch oft Vorbehalte. Fast jeder zweite Jugendliche (45 Prozent) erlebt nach einer aktuellen Studie Diskriminierung in der Familie.

Um die Probleme von Jugendlichen im Coming-out sichtbar zu machen, haben Jugendliche aus Köln und Umgebung in einem Videoexperiment ihre Umwelt getestet: Wie viel Unterstützung bekommt ein Junge, dessen Coming-out im Worst Case endet und dessen Eltern ihn rauswerfen?

Viele spenden, ohne mit der Wimper zu zucken

Diese Situation haben die Jugendlichen nachgestellt und sind in die Rolle eines Obdachlosen geschlüpft. Unweit der Kölner Szeneviertels rund um die Schaafenstraße platzierten sie sich und testeten: Wer gibt Geld für einen obdachlosen schwulen Jugendlichen? "Wir hatten viele Reaktionen. Teilweise haben sie gar nicht gegeben, obwohl wir sie explizit darauf angesprochen haben", sagt Leon, der sich als Obdachloser verkleidet hat. Aber es gab auch viele, die geholfen haben.

Er und die anderen jugendlichen Videomacher stellten außerdem fest: Wenn eine Person zur queeren Community gehört, dann ist die Bereitschaft zu helfen größer. Einige Passanten haben ohne mit der Wimper zu zucken Geld gespendet. Anderen ist die Aufschrift auf dem Pappkarton "Schwul & rausgeflogen" gar nicht aufgefallen. Sie hatten einfach nur Mitleid mit ihm.

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Artikel veröffentlicht: 17.05.2016
Weitere Quellen: pm/red Bildquellen: YouTube/anyway.tv