Mexiko: Ehe für alle im ganzen Land

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Nur in vier von 31 Bundesstaaten können Homosexuelle heiraten. Das soll sich ändern.
© pixabay

Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto möchte die Ehe für Homosexuelle in allen Bundesstaaten einführen. Bislang ist dies nur in wenigen Landesteilen möglich. Die katholische Kirche findet die Initiative "unnötig".

Am Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT) gab es nicht nur Veranstaltungen und Aktionen, sondern auch politische Entscheidungen: Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto hat sich am Dienstag dafür ausgesprochen, die Ehe für Homosexuelle in allen Landesteilen zu öffnen.

Er werde einen entsprechenden Antrag auf Verfassungsänderung in den Kongress einbringen, kündigte der Staatschef an. Mexiko müsse "Diskriminierung verhindern und gleiche Rechte für alle sicherstellen", sagte der Präsident nach einem Treffen mit LGBTIQ*-Aktivisten. Anlässlich des IDAHOT hat Peña Nieto sein Facebook-Profilfoto in Regenbogenflaggen eingetaucht. 

Eine "unnötige" Initiative, sagt die Kirche

Vor zehn Jahren hat 
die Hauptstadt Mexiko-Stadt die eingetragene Lebenspartnerschaft eingeführt. Seit 2009 ist es Homosexuellen in der Hauptstadt und in drei weiteren der 31 Bundesstaaten möglich, zu heiraten. Dazu sollen Lesben und Schwule in Zukunft im ganzen Land die Möglichkeit haben.

Kritik kam von Seiten der katholischen Kirche: Die Initiative sei "unnötig", sagte der Sprecher der Erzdiözese Mexiko, Hugo Valderama. "Es scheint, dass der Präsident der internationalen Agenda dieser Homosexuellen-Lobbys gehorcht." Peña Nieto solle sich lieber um die Wirtschaft und die Bekämpfung der Drogenkriminalität kümmern.

Verfassungsänderung: Zweidrittelmehrheit nötig

93 Prozent der Mexikaner sind getaufte Katholiken. Der Staat in Mittelamerika ist nach Brasilien das Land mit den meisten Katholiken weltweit.

Der Präsident orientiert sich mit seinem Vorstoß an einem Urteil des Obersten Gerichtshof. Der hatte im vergangenen Jahr entschieden, dass die Bundesstaaten die Ehe Homosexuellen nicht vorenthalten dürfen.

Um die Verfassung zu ändern, benötigt der Antrag eine Zweidrittelmehrheit im Kongress. Danach müssen die Bundesstaaten der Änderung zustimmen, ehe Präsident Enrique Peña Nieto sie in Kraft setzen kann.

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Artikel veröffentlicht: 18.05.2016
Bildquellen: pixabay