Gemeinsame Beerdigung statt Hochzeit

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Christopher (l.) und Juan waren seit fast zwei Jahren ein Paar.
© Instagram

Juan und Christopher wollten eigentlich bald heiraten. Beim Attentat in Orlando wurden sie getötet. Jetzt sollen sie gemeinsam die letzte Ruhe finden, erklären ihre Familien.

Juan Ramon Guerrero, 22, und sein zehn Jahre älterer Partner Christopher "Drew" Leinonen, waren in der Nacht auf Sonntag feiern. Sie gehören zu den 49 Opfern des Attentats im Schwulenclub "Pulse" in Orlando.

Das Paar hat geplant zu heiraten. Jetzt werden sie gemeinsam ihre letzte Ruhe finden, haben die Familie der beiden erklärt. "Ich denke, dass mein Sohn das wollte", erklärte Juans 61-jähriger Vater. "Es ist mir egal, was die Leute denken. Es ist mir egal", sagte er dem US-Magazin Time.

"Sie waren seelenverwandt"

Juan und Christopher haben zusammen gelebt und waren seit zwei Jahren ein Paar. Juans Familie war "liebevoll und akzeptierend", als der 22-Jährige sich vor drei Jahren geoutet hat, sagte seine Schwester.

Sie ergänzt: "Sie haben sich so ehrlich geliebt. Sie waren seelenverwandt. Das hat man daran erkannt, wie sie sich angesehen haben. Es ist ein bisschen tröstlich, dass sie gemeinsam gestorben sind."

"Ich habe einen Teil meines Lebens verloren"

"Wenn es keine Beerdigung gäbe, hätten sie geheiratet." Juan war gerade sein erstes Jahr an der University von Central Florida beendet. Er hätte bald seinen 23. Geburtstag gefeiert. Die Familie möchte den Tag trotzdem feiern: "Meine Mutter wird all das kochen, was er mag", sagte sein Vater. "Er war ein wunderschönes Kind, ein harter Arbeiter und eine freundliche und liebe Person. Ich habe einen Teil meines Lebens verloren."

Christophers Mutter hat sich noch nicht öffentlich geäußert. Doch es war ihre Idee, dass ihr Sohn und dessen Freund gemeinsam die letzte Ruhe finden. 

Juan und Christopher sollen stellvertretend für die 49 Toten stehen. Sie geben dem schrecklichen Blutbad ein Gesicht. Während alle Augen auf den Täter und seine Motive gerichtet sind, soll nicht vergessen werden, was er angerichtet hat.

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Artikel veröffentlicht: 14.06.2016
Bildquellen: Instagram