Orlando: Täter war öfter im "Pulse"

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Omar M. hat in der Nacht auf Sonntag 49 Menschen getötet.
© Twitter/Orlando Police

Wende in Orlando: Der Täter Omar M. soll häufiger im Schwulenclub "Pulse" gesehen worden sein, berichten Zeugen. Außerdem soll er Profile bei Dating-Apps gehabt haben.

Das Motiv von Omar M., der in der Nacht auf Sonntag 49 Menschenin einem LGBTIQ*-Club in Orlando getötet hat, bleibt weiter unklar. Zunächst sah alles nach einer homphoben Tat aus. Darauf ließen Aussagen seines Vaters schließen.

Neue Einzeltheiten zum Täter gehen jetzt in eine andere Richtung: Vier Stammgäste des "Pulse" berichten in der Zeitung "Orlando Sentinel", dass Omar M. bereits vor der Tat häufiger im Club gewesen ist.

Zu Hause durfte Omar M. keinen Alkohol trinken

Ty Smith, ein Drag-Künstler, der im "Pulse" arbeitet, habe den Massenmörder mindestens ein Dutzend mal dort gesehen. "Manchmal ging er in die Ecke und trank allein, andere Male war er so betrunken, dass er laut und streitlustig wurde", sagte er.

Sein Ehepartner erklärte gegenüber der "Canadian Press", der Täter sei mehrmals volltrunken im Club aufgefallen. Einmal habe er sogar ein Messer gezückt. Der spätere Mörder habe im "Pulse" erzählt, er könne zu Hause wegen eines Verbots seines Vaters keinen Alkohol trinken.

Augenzeuge hat den Massenmörder in der Tatnacht gesehen

Darüber hinaus berichtet MSNBC-Moderator Chris Hayes von zwei Personen, die mit Omar M. über die Dating-App Grindr in Kontakt waren. Andere Medien sprechen von einem "Jack'd"-Profil. Auch das ist eine schwule Dating-App.

Kevin West, auch "Pulse"-Stammgast, habe ein Jahr lang mit Omar M. geschrieben, aber ihn nie getroffen. In der Tatnacht habe er ihn gegen 1 Uhr im Club gesehen: "Er ging direkt an mir vorbei. Ich sagte 'Hey' und er drehte sich um, nickte und sagte ebenfalls 'Hey'."

FBI verteidigt seine Arbeit

Über die genauen Hintergründe dürfte in den nächsten Tagen mehr und mehr bekannt werden. Das FBI wertet die Kommunikation des Massenmörders aus, darunter auch sein E-Mail-Postfach. Unterdessen verteidigte FBI-Chef James Comey, dass seine Behröde die Ermittlungen gegen Omar M. ruhen ließen.

Die zweimaligen Verdachtsfälle haben sich nicht bestätigt. "Wir suchen Nadeln in einem landesweiten Heuhaufen", sagte er. Deshalb hätte das FBI auch heute nicht anders reagiert.

Konkrete Verbindungen von Omar M. zu ausländischen Islamisten sind noch immer nicht bestätigt. Aktuell geht man davon aus, dass sich der für das schlimmste Attentat eines Einzeltäters in der Geschichte der verantwortliche Omar M. selbst radikalisiert habe.

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Artikel veröffentlicht: 14.06.2016
Bildquellen: Twitter/Orlando Police