Christen sollen sich bei Homosexuellen entschuldigen

Von Kai Witvrouwen
© Getty Images/Ingram Publishing

LGBTIQ* wurden von der katholischen Kirche schon immer diskriminiert, damit soll jetzt Schluss sein – das sagte Papst Franziskus gegenüber einigen Journalisten.

Nach dem Attentat in einem Schwulenclub in Orlando forderte Kardinal Marx bei einer Pressekonferenz in Dublin, dass sich die katholische Kirche bei Homosexuellen entschuldigen sollte. Papst Franziskus teilt diese Meinung jetzt auch: „Wir Christen müssen uns für so viele Dinge entschuldigen, nicht nur dafür, und wir müssen um Vergebung bitten“. Auf seinem Rückflug von Armenien sagte er weiter, dass man nicht über eine Person richten solle, die nach Gott suche.

Zugeständnisse und neue Kritik

Schon vor ein paar Jahren, kurz nach seinem Amtsantritt, machte der Papst ähnliche Aussagen über Homosexuelle. Er sprach sich gegen Diskriminierung aus, kritisierte aber „schwule Lobbys“. Dieses Mal bemängelte er ein anderes Element der LGBTIQ*-Kultur: Den CSD. Man könne Lesben und Schwule aufgrund ihres politischen Verhaltens verurteilen und „bestimmte Demonstrationen“ seien „anstößig für andere“.

Jetzt müssen Taten folgen

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) freute sich über die Aussagen des Papstes. Damit übernehme die katholische Kirche Verantwortung für die langjährige Diskriminierung von LGBTIQ*. Doch mit einfachen Worten, sei es noch nicht getan. Der Verband fordert, dass alle Kampagnen gegen die Menschenrechte von Lesben und Schwule auf der Stelle beendet werden und aktive Reue gezeigt wird. Gerade Franziskus’ Vorgänger Papst Benedikt XVI. äußerte sich noch vehement gegen Homosexuelle, während er heterosexuelle Bindungen lobte.

Das Attentat in Orlando wurde ebenfalls von einem Journalisten angesprochen. Der Papst sagte, er empfinde Trauer und Bestürzung über den Vorfall.

Papst Franziskus nannte auch andere Gruppen, die jetzt eine Entschuldigung und zukünftige Unterstützung der katholischen Kirche verdienten. Zu diesen Gruppen zählen auch Frauen, Kinder, Arme und Ausgebeutete.

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Artikel veröffentlicht: 28.06.2016