Pokémon Go: Monster fangen in Schwulenbars

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer

Pikachu, Glumanda oder Bisasam: Gefühlt die ganze Welt will die kleinen Pokémon mit dem Smartphone fangen. Natürlich machen die Monster auch vor schwulen Bars keinen Halt – und auch nicht vor Cruising Areas, wie ein 10-Jähriger erfahren musste.

Nintendo hat mit Pokémon Go einen Riesenerfolg gelandet: Bereits vor dem offiziellen Start in Europa sind die Nutzer verrückt nach dem Smartphone-Game. Beim Spiel suchen Nutzer via sogenannter augmented reality, also erweiterter Realität, Pokémon in der echten Welt.

Über ihre App sehen sie die kleinen, oft süßen Monster in Parks, Läden und Gebäuden. Sie können sie fangen, trainieren und gegeneinander antreten lassen – so wie damals auf dem Gameboy.

Natürlich lassen sich die Pokémon auch in schwulen Bars finden. Ein ziemlich lustiger Anblick, wenn plötzlich ein Machop vor zwei halbnackten Gogo-Tänzern unschuldig dreinblickt. Und Twitter-Nutzer scherzen schon, dass Pokémon Go beliebter ist als die schwule Dating-App Grindr.

Viele freuen sich: Der Spieler wählt einen „Style“ und kein Geschlecht aus

Doch die Monster verstecken sich nicht nur in sympathischen Bars, sondern auch auf als schwule Crusing-Area bekannten Parkplätzen. Das musste eine Mutter in Australien erleben. Yvonne Wenham aus der Nähe von Adelaide (Australien) hat der Zeitung „The Advertiser“ erzählt, dass sie ihren zehnjährigen Sohn zu einem Parkplatz am Strand gefahren hat, weil er dort Pokémon fangen wollte.

„Fünf Autos haben dort geparkt. Drinnen waren Männer, die tun, was sie eben tun“, erzählt sie. Denn der Parkplatz ist ein bekannter Treffpunkt für Männer, die Sex mit anderen Männern suchen. „Auf dem Weg zurück dachte ich mir, ‚was wäre, wenn er da alleine hingefahren wäre?‘“, sagt sie weiter. Sie spricht von einer „Gefahr“, vor der sie andere Eltern und Kinder warnen möchte.

Dennoch haben sich LGBTIQ*-Aktivisten über ein bestimmtes Feature des Spiels gefreut: Denn statt wie bei früheren Pokémon-Spielen fragt die neueste Version bei der Auswahl des Spielcharakters nicht nach einem Geschlecht, sondern nach einem „Style“. 

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Artikel veröffentlicht: 13.07.2016