So ist es, ein schwuler Profi-Skateboarder zu sein

Kai Witvrouwen Von Kai Witvrouwen
Brian Anderson ist der erste Profi-Skater, der sich als schwul outet.
© YouTube/Vice Sports

Brian Anderson hat das Skateboarden zu seinem Beruf gemacht. Viele nennen ihn sogar eine Legende. In einer intimen Dokumentation mit Vice spricht er erstmals darüber, dass er schwul ist.

Der 40-jährige Skateboarder Brian Anderson aus San Francisco ist der erste offen schwule Mann in der Profiszene. Eine Umgebung, in der Homosexualität kein Thema ist, und höchstens als Beleidigung zur Sprache kommt. Im Interview mit Vice Sports erzählt Brian davon, wie er den Mut fasste, anderen von seiner Sexualität zu erzählen, und wie seine Umwelt auf ihn reagierte. Auch Freunde von Brian kommen in der knapp halbstündigen Dokumentation zu Wort.

„Als ich das erste Mal einen Mann mit Bart gesehen habe, hat das irgendwas in mir ausgelöst“, erzählt er etwa. Schon als Brian Anderson klein war, wusste er, dass er Männer interessant findet. Erst jetzt, mit 40 Jahren, geht er damit an die Öffentlichkeit.

Andere Skater sind begeistert vom Coming-out

Der Skater machte sich vor allem in den neunziger Jahren einen Namen. 1999 wurde er von einer Fachzeitschrift zum Skater des Jahres gewählt. Inzwischen stellt er eigene Skateboards her., Im Laufe seiner Karriere vertraute er sich immer mehr Menschen in seinem Umfeld an. Kollegen, etwa Robert Brink, waren begeistert vom Coming-out.

Ed Templeton, Gründer des Skateboard-Herstellers Toy Machine und langjähriger Freund von Brian, war völlig begeistert, als er von Brians Geheimnis erfuhr. Er hätte ihn gerne schon früher als den ersten offen schwulen Profi-Skateboarder vermarktet, doch Brian wollte nicht, dass seine Sexualität sein Leben und seinen Beruf definiert.

„Ich hatte wirklich Angst“

Brian Anderson hat lange auf den richtigen Zeitpunkt gewartet, um der ganzen Welt mitzuteilen, dass er schwul ist. Das Wort „Schwuchtel“ sei immer wieder aufgetaucht, das gab Brian schon in jungen Jahren zu denken.

„Ich hatte wirklich Angst. Die Menschen hätten es anders aufgenommen, wenn ich vor 15 Jahren etwas gesagt hätte.“ Sein Geheimnis für sich zu behalten, war aber kein Problem für den Skater: „Ich war ein großer, starker Skateboarder. (…) Niemand hat es vermutet.“

Sein Coming-out soll jetzt anderen jungen schwulen Skatern helfen. Er hofft, ihnen ein wenig Hoffnung zu schenken und ihnen zu zeigen, dass es ihm besser geht ohne „diese ganze innerliche Scham.“ 

Kommentare
Kommentare werden geladen
dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!
Artikel veröffentlicht: 29.09.2016