Ein gemeinsamer Regenbogen-Staat

Kai Witvrouwen Von Kai Witvrouwen
Welche Flagge der Staat hätte, wäre klar: Die Regenbogenfahne.
© pixabay

Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender: In vielen Ländern werden sie nicht akzeptiert. Die LGBTIQ*-Community ist weltweit eine Minderheit. Eine amerikanische Vereinigung glaubt, eine passende Lösung zu haben: Ein eigener Staat für Nicht-Heteros.

Ein Ort, an dem jede Bar eine Gay-Bar ist und die Regenbogenflagge, wie bei patriotischen US-Amerikanern die amerikanische Flagge, im Vorgarten gehisst ist. Und "I am what I am" von Gloria Gaynor als Hymne? Das ist der Traum der amerikanischen „Gay Homeland Association“.

Diese separatistische Bewegung will einen souveränen und demokratischen Staat für LGBTIQ*-Personen schaffen. Die Organisation glaubt, dass Homosexuelle in einer Hetero-Welt nie dieselbe Freiheit und Akzeptanz genießen. Deswegen muss zwangsläufig ein Homo-Staat her, findet sie

"Wir brauchen mehr als einen CSD im Jahr"

Der Mann an der Spitze dieser Bewegung ist Viktor Zimmermann, er hat im Interview mit Vice verraten, worum es ihm und seinen Anhängern geht. Im Vordergrund stehe beispielsweise, dass der neue Staat Schutz vor Gewalt und Diskriminierung biete: „Viele Homosexuelle leben in gefährlichen Umständen auf diesem Planeten- Ihr körperlicher Schutz ist täglich gefährdet, ihre Jobs sind unsicher oder ihre Familien bedrohen sie.“

Schwule und lesbische Kultur stehe in diesem neuen Staat auch ganz vorn. Zimmermann glaubt, dass es dann weniger „kulturelle Unterdrückung“ durch Heterosexuelle gibt. „Wir brauchen mehr als nur ein paar schwule Bars, zwei bis drei Bücherläden und einen CSD im Jahr“, erklärt er weiter.

Schön warm und am Meer

Die bestehende Gesetzeslage für Homosexuelle in liberalen Ländern wie Deutschland sei zwar lobenswert und ein Schritt in die richtige Richtung, aber sie könne auch „so schnell wieder weg sein, wie sie beschlossen wurde.“ Außerdem sei der schwul-lesbische Staat für Verfolgte auf der ganzen Welt eine perfekte Zuflucht.

Das schwule Utopia kann laut Zimmermann an vielen Orten entstehen. Am liebsten wäre ihm ein warmes Fleckchen Land am Meer oder ein Teil eines „freundlichen“ buddhistischen Landes in Südostasien. Aber wählerisch ist er nicht: „Wir werden nehmen, was kommt und das Beste daraus machen.“ Die „Gay Homeland Association“ hält ihr Vorhaben für realistisch: „Wir sind uns sicher, dass Schwule und Lesben eines Tages einen souveränen Staat haben.“ 

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Artikel veröffentlicht: 16.09.2016