König Harald V. stellt sich vor Homosexuelle

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Der 79-Jährige ist seit 25 Jahren auf dem norwegischen Thron.
© Det Norske Kongehuset

Einwanderer, Homosexuelle, der Islam: König Harald V. von Norwegen hat eine inspirierende Rede gehalten, die schon jetzt als historisch gilt. Die hatte das Land auch bitter nötig, driftet es doch immer weiter nach rechts.

Seit 25 Jahren sitzt König Harald V. bereits auf dem norwegischen Thron. Anlass für den 79-Jährigen, vor 1500 Gästen eine Gartenparty zu schmeißen. In der Eröffnungsrede sprach er zuerst von den norwegischen Fjorden, doch dann wandte er sich wichtigeren Themen zu.

Er hat bewusst auch gesellschaftliche Randgruppen zum Hagafest im Schlosspark eingeladen. Er sei als kleiner Junge selbst vor den Nazis nach England geflohen, wisse also, wie sich Flucht anfühlt.

Seit 2013 regieren Rechtspopulisten mit

"Norweger sind auch aus Afghanistan, Pakistan und Polen, Schweden, Somalia und Syrien eingewandert. Meine Großeltern kamen vor 110 Jahren aus Dänemark und England", sagte Harald V. "Zuhause ist da, wo unser Herz ist. Das lässt sich nicht immer mit Landesgrenzen beschreiben."

Wichtige Worte in dem skandinavischen Land, in dem seit 2013 mit der "Fortschrittspartei" auch eine rechtspopulistische Partei regiert. Die Einwanderungspolitik wird immer strikter. 

Die Botschaft: "Wir sind alle Norweger"

Und auch an Homosexuelle richtete sich der König: "Norweger sind Mädchen, die Mädchen lieben, Jungen, die Jungen lieben, und Jungen und Mädchen, die sich gegenseitig lieben. Norweger glauben an Gott, an Allah, alles und nichts", sagte Harald V.

Die zentrale Botschaft seiner Rede: "Wir sind alle Norweger." Die Gesellschaft sei vielfältig, die sich "trotz unserer Unterschiede als ein Volk fühlt, ob man nun helle oder dunkle Haut hat, klassische Musik mag oder den norwegischen DJ Kygo."

Norwegen: Eingetragene Partnerschaft seit 1993

In Norwegen hält man die Rede bereits jetzt für historisch. Sie ist ein Zeichen dafür, wie modern und zeitgemäß das Königshaus sich verhält - trotz aller Kritik, die es in letzer Zeit einstecken musste. 

Norwegen war das erste Land der Welt, das ein Antidiskriminierungsgesetz einführte - bereits 1981. Seit 1993 können Homosexuelle ihre Partnerschaft eintragen lassen, acht Jahre später wurde die Ehe geöffnet. Im November 2011 erklärte die Norwegische Kirche, ab sofort Schwule und Lesben kirchlich heiraten zu lassen. 

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Artikel veröffentlicht: 06.09.2016