Homosexuelle wählen Grün, Rot, Rot

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Dürften nur Homosexuelle wählen, lägen die Grünen vor Linken und SPD.
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Wenn nur Homosexuelle wählen dürften, dann würde die CDU wohl unter "Sonstiges" laufen. So schlecht schneidet die Union bei einer Wahlumfrage unter Schwulen und Lesben ab. Der Wahlsieger überrascht nicht.

Auch wenn die AfD in Berlin gezielt schwule Wähler anspricht und gleichzeitig gegen Muslime hetzt (dbna berichtete), würden nur sieben Prozent der Homosexuellen den Rechtspopulisten ihre Stimme geben.

Das hat eine Umfrage des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) ergeben, der zusammen mit der Justus-Liebig-Universität in Gießen und der Universität Wien eine Online-Umfrage gestartet hatte. Anlass war die Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin am Sonntag.

Teilgenommen haben insgesamt ewta 2200 Teilnehmer, die Hälfte davon aus Berlin. Der LSVD weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass es sich nicht um eine repräsentative Umfrage handelt. So waren nur 16,5 Prozent der Teilnehmer lesbische Frauen.

Flüchtlinge: LGBTIQ*-Communty gespalten

Dennoch kann die Umfrage einen gewissen Trend erkennen lassen: Dass etwa die Grünen mit 33 Prozent mit Abstand die stärkste Partei würden, gefolgt von den Linken (24) und der SPD (17). Auf Platz vier liegt immerhin die FDP mit neun Prozent. Die AfD würden sieben Prozent wählen, noch vor der CDU, die auf jämmerliche vier Prozent käme - genauso viele würden die Piraten wählen.

Die Initiatoren der Studie haben zudem festgestellt, dass es immer noch Probleme mit Homophobie in Berlin gibt. Neun von zehn Umfrageteilnehmern gibt sogar an, dass das Thema wahlentscheidend sei. Fast genauso wichtig ist die Asylpolitik. Hier ist die LGBTIQ*-Community - wie das ganze Land - gespalten: Ein Teil fordert den Schutz der Flüchtlinge, ein anderer Teil macht den Islam für die Homophobie verantwortlich.

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Artikel veröffentlicht: 13.09.2016