Südtirol: Voll mein Leben

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Diese Plakate hängen bald an Bushaltestellen in Südtirol.
© Centaurus, Plakatgestaltung: Waldemar Kerschbaumerwww.adpassion.it,

An 100 Bushaltestellen in Südtirol küssen sich bald Schwule und Lesben. Zumindest auf den Plakaten, die Centaurus, die LGBTIQ*-Organisation der Region, aufhängt. Anlass ist der internationale Coming-out-Tag.

Zwei Frauen küssen sich, eine Dragqueen richtet ihre Haare, ein schwules Paar umarmt sich: Diese Motive schmücken bald rund hundert Bushaltestellen in Südtirol. Aufgehängt hat sie Centaurus, die LGBIQ*-Organisation in der norditalienischen und überwiegend deutschsprachigen Provinz.

Die Plakate mit der Botschaft “Voll mein Leben – Ganz gleich wen du liebst, lebe wie es dir gefällt.” erscheinen am 11. Oktober. Anlass ist der internationale Coming-out-Tag, der an diesem Datum stattfindet.

Kampagne ermöglicht durch Einkommenssteuer-Spende

„Mit dieser Kampagne will Centaurus alle Schwulen, Lesben, Bisexuelle und Transgender dazu ermutigen, ihr Leben in vollen Zügen zu genießen, ohne Kompromisse in ihrer Lebensqualität einzugehen. Offen leben heißt sichtbar sein und das eigene Leben so zu leben, wie es einem gefällt“, schreibt die Organisation auf ihrer Homepage.

Dass die Kampagne umgesetzt werden konnte, ist einer italienischen Besonderheit zu verdanken: Fünf Promille der Einkommenssteuer können die Italiener nämlich an eine gemeinnützige Organisation ihrer Wahl spenden. Die Beträge aus den Jahren 2012 und 2013 hat Centaurus für die Plakate genutzt.

Wie es sich in Südtirol als junger Schwuler lebt, weiß Andreas. Der dbna’ler des Monats im Juni ist in den Südtiroler Bergen aufgewachsen und liebt seine Heimat (dbna berichtete).

Aktualisierung 11.10.2016 - 14.00 Uhr:

Kritik an der Kampagne kommt von der Abgeordneten Ulli Mair von der Freiheiltichen Partei. Das berichtet die Neue Südtiroler Tageszeitung. Mair stört sich daran, dass die Plakate an Bushaltestellen in der Nähe von Schulen und Kindergärten hängen. "Warum werden stets Kinder, Schüler und Jugendliche allerorts mit der Homosexuellenpropaganda konfrontiert? Welche Strategie steckt dahinter?", sagte Ulli Mair.

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Artikel veröffentlicht: 10.10.2016