Papst Franziskus kritisiert die Gendertheorie, die Teil eines "weltweiten Kriegs" gegen die Ehe sei. Gleichzeitig betont er, die Kirche solle Homosexuelle nicht zurückweisen.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Franziskus, hat einmal mehr bewiesen, dass er weniger fortschrittlich ist, als viele denken: Am Sonntag kritisierte er vor Journalisten den französischen Staat dafür, dass er angeblich die Gendertheorie in Schulen verbreite.

Französische Schulbücher würden eine "hinterlistige Indoktrinierung mit der Gendertheorie" betreiben, sagte er auf der Rückreise von einem Besuch im Kaukasus. Homosexuell zu sein oder sein Geschlecht zu ändern sei "eine Sache", "ein Unterricht auf dieser Linie" sei jedoch etwas anderes, sagte Franziskus. Er warf den Schulen in Frankreich den Willen zur "Änderung der Mentalitäten" sowie eine "ideologische Kolonisierung" vor.

Aber: "Sünde ist Sünde"

Bereits am Samstag hatte er während seines Besuchs im georgischen Tiflis die "Gendertheorie" verurteilt. Sie sei Teil eines "weltweiten Kriegs zur Zerstörung der Ehe". Gleichzeitig betonte er, die katholische Kirche dürfe Homo- und Transsexuelle nicht zurückweisen.

"Genau das würde Jesus heutzutage tun", begründete er seine Meinung gegenüber der LGBTIQ*-Community. Was so freundlich klingt, hat er gleich wieder relativiert: Homosexualität sei aus Sicht der Kirche "kein Grund zum Jubeln": "Sünde ist Sünde." 

Papst: Christen sollen sich bei Schwulen entschuldigen

Kurz nach seinem Amtsantritt im Jahr 2013 dachte man, Franziskus würde sich Homosexuellen annähern. "Wenn eine Person homosexuell ist und Gott sucht und guten Willens ist, wer bin ich, um über sie zu urteilen?", sagte er nach dem Weltjugendtag (dbna berichtete).

Erst im Juni hatte der 79-Jährige Argentinier verlangt, dass die Diskriminierung aufhören müsste: „Wir Christen müssen uns für so viele Dinge entschuldigen, nicht nur dafür, und wir müssen um Vergebung bitten“ (dbna berichtete). 

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Artikel veröffentlicht: 04.10.2016