Studie

Ausgrenzung wird zur Belastung

Die höhere Selbstmordgefährdung bei Schwulen und Lesben begründet sich nicht in ihrer sexuellen Orientierung, sondern viel mehr mit externen Faktoren. Vor allem die gesellschaftliche Ausgrenzung spielt eine Schlüsselrolle.

Bild: unsplash.com/Andrew Neel

Bisexuelle und homosexuelle Menschen zeigen sich eher anfällig für psychische Probleme. Teilweise wurde die sexuelle Orientierung selber als Ursache hierfür benannt. Dagegen widersprechen australische Forscher in einer kürzlich veröffentlichten Studie. Geleitet wurde die Untersuchung vom Professor der Psychologie Richard Burns, welcher mit seinem Team mehr als 5.000 homosexuelle, bisexuelle und heterosexuelle Personen über einen Zeitraum von acht Jahren untersucht hat. Alle Probanden befanden sich im Alter zwischen 20 und 44 Jahren.

So konnte auch das Team rund um Professor Burns die typischen Tendenzen feststellen, welche oftmals der sexuellen Orientierung zugesprochen wurden. Psychische Probleme spielen eine Schlüsselrolle, für die besonders Homosexuelle und Bisexuelle eine höhere Anfälligkeit zeigen.

Sexuelle Orientierung nicht Ursache

Diese Anfälligkeit resultiert laut der Studie von Professor Burns aber nicht aus der sexuellen Orientierung. Viel mehr sind es die psychologischen Belastungen, welche Bisexuelle und Homosexuelle unterlaufen - vor allem während des Coming-outs und in der Zeit unmittelbar danach.

Der gesellschaftliche Druck und negative Einflüsse bringen genau diese Personen näher an den Rand zu psychischen Erkrankungen. Heterosexuelle seien davon weniger betroffen, weil sie diese Form der Ausgrenzung und des gesellschaftlichen Drucks weniger stark oder gar nicht erleben.

Studie gab in Australien Anstoß für Proteste

Die LGBTI-Bewegung in Australien nahm die Studie als Anlass für lautstarke Proteste für die freie Ehe. Demnach untermauert die Studie die Belastung, welche Bisexuelle und Homosexuelle unterlaufen, vor allem wenn diese sich nicht wie gewünscht trauen lassen dürfen. Das mindert das Selbstwertgefühl und erhöht die negativen gesellschaftlichen Einflussfaktoren, welche dann wiederum den Ausschlag für psychische Probleme geben.


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12.02.2017

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