Müssen sich schwule Fußballer echt outen?

dbna-Redaktion Von dbna-Redaktion
Thomas Hitzlsperger spricht beid er FIFA über sein Coming-out
© FIFA TV

Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger hatte in seiner aktiven Karriere als Fußballer viele Erfolge zu feiern. Die größte Aufmerksamkeit wurde ihm aber nach seinem Coming-out als erster, öffentlich schwuler deutscher Fußballer gewidmet. Auf einer Podiumsdiskussion der FIFA ging er darauf nun noch einmal näher ein.

Debattiert hat Hitzlsperger über sein Coming-out bei der Konferenz des Weltverbandes Fifa für Gleichheit und Inklusion in Zürich unter anderem mit Clarence Seedorf. Wer den Fußball liebt, wird auch Seedorf kennen. Der Niederländer gewann als bisher einziger Fußballer mit drei verschiedenen Vereinen den Champions League Titel. Wer sich nur gelegentlich mit dem Fußball beschäftigt, dürfte Seedorf zumindest aufgrund seiner ikonischen Sportbrille und seiner teilweise ausgefallenen Frisuren schon einmal gesehen haben.

Seedorf fragte Hitzlsperger, warum ein Coming-out denn überhaupt notwendig sei, schließlich würden heterosexuelle Spieler das ebenfalls nicht der Öffentlichkeit verkünden.

"Ich habe mich immer gefragt, ist es wirklich notwendig, dass ihr euch öffentlich zu euren sexuellen Präferenzen äußert?"

Der Deutsche hatte darauf aber sofort die passende Antwort parat, war es mit Sicherheit nicht das erste Mal, dass er mit genau dieser Frage konfrontiert wurde. Er erklärte, dass besonders Leistungssportler beliebter Sportarten eine Vorbildfunktion genießen. Ein Coming-out könnte deshalb ein Anstoß für andere sein, sich selber zu outen - sofern sie das denn möchten.

"Und wenn sich da Fußballer als Vorbilder äußern, können sie etwas verändern."

Zudem ist Sexualität, so Hitzlsperger, sowieso immer ein Thema. Die Freundinnen der Fußballer werden unter die Lupe genommen, mögliche Affären oftmals wochenlang beleuchtet. "Ich bekomme also mit, dass sie hetero sind." Warum sollten also Heteros ihm erzählen dürfen, dass sie hetero sind, er dürfe aber nicht über seine Sexualität sprechen?

"Ich wünschte, Homosexualität im Fußball wäre keine große Sache. Aber leider ist sie das."

So lange das so sei, müssten Homosexuelle sich trauen und öffentlich darüber reden – um andere Homosexuelle zu ermutigen.

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Artikel veröffentlicht: 13.03.2017