Vorwurf gegen YouTube: Filtert die Seite LGBTI-Inhalte?

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© Calum McSwiggan/Youtube

Einige YouTuber und Nutzer beschweren sich lautstark über die Family-Filter der Seite. Diese sollen angeblich LGBTI-Content verstecken, sobald ein Nutzer den Filter in seinem Konto aktiviert. Die Thematik wurde einer breiteren Masse bekannt, als die bekannte YouTuberin Rowan Ellis ein eigenes Video zum Thema veröffentlichte.

Der Vorwurf lautet, dass Videos rund um LGBTI-Menschen, ihr Leben und ihre Liebe unfairerweise von YouTube durch den Family-Filter eingegrenzt werden. Der Filter soll eigentlich Kinder schützen, indem er potentiell "gefährliche" Inhalte blockiert. Anscheinend wird er aber auch genutzt, um die Videos von LGBTI-YouTubern oder sogar solchen, die einfach nur darüber reden, zu blockieren.

So wurde beispielsweise ein Video der Transgender-YouTuberin SeaineLove gesperrt, obwohl diese in ihrem Video sogar Schimpfwörter zensierte. Die YouTuberin NeonFiona sagt sogar, dass nicht nur ihre Videos teilweise vom Filter erfasst werden, sondern auch die ihrer bisexuellen und transsexuellen Freunde. Angeblich tritt das Phänomen bei heterosexuellen YouTubern, die entsprechend über heterosexuellen Lifestyle sprechen, nicht auf.

NeonFiona beschwert sich weiter: "Kinder wollen über die verschiedenen sexuellen Orientierungen und Lebensstile mehr wissen, würden aber nie in Kontakt mit diesen kommen, da die Videos schon im Vorfeld durch den Family-Filter ausgegrenzt werden."

Google, denen YouTube gehört, verteidigen diesen Schritt und gaben an: "Der Family-Filter wird nur von einem kleinen Kreis von Personen genutzt. Fairerweise werden potentielle Inhalte, die diese nicht als familienfreundlich deuten könnten, entsprechend eingeschränkt - darunter zählen auch Themen betreffend der Sexualität."

Die Plattform YouTube ist insgesamt aber als durchaus LGBTI-freundlich bekannt. So zelebrierten diese die LGBTI-Bewegung im Jahr 2015 mit dem Hashtag #ProudToLove.

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Artikel veröffentlicht: 20.03.2017