Stabhochsprung-Weltmeister outet sich auf Facebook

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Shawn Barber
© Facebook/Shawn Barber

Der 22-jährige Shawn Barber ist „stolz und schwul“, hat er am Montag auf Facebook verkündet. Der Kanadier wurde 2015 Weltmeister im Stabhochsprung. Damit gehört er jetzt zu den erfolgreichsten homosexuellen Athleten. Der Zuspruch ist groß, doch Sponsoren könnten abspringen.

„Gay and proud!“, beginnt Shawnacy „Shawn“ Barber sein Statement auf Facebook, mit dem er sich am Montag geoutet hat. „Danke an meine Eltern, dass sie so eine tolle Unterstützung sind.“  Der 22-Jährige wachse noch immer als Person, schreibt er. Gerade seine Eltern haben ihm zuletzt sehr geholfen. „Und an meine Freunde: Ihr bleibt immer meine Freunde und ich liebe euch!“

Damit wurde der kanadische Stabhochspringer plötzlich zu einem der erfolgreichsten schwulen Athleten. 2015 wurde Shawn Barber Weltmeister, bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im vergangenen Jahr erreichte er nur den zehnten Platz. Damals wäre er beinahe gesperrt worden, da er positiv auf Kokain getestet wurde. Die Substanz habe er jedoch nicht selbst konsumiert, behauptete er damals. Er habe eine Frau geküsst, die vor dem Treffen gekokst hatte.

Es gibt nur wenige geoutete Leichtathleten

Auf Facebook erhält der Sportler viel Zuspruch. „Du weißt nicht, wie vielen Leuten du mit dieser mutigen Aktion heute geholfen hast“, kommentiert ein Nutzer Shawns Coming-out-Post. Ein anderer schreibt: „Es ist so wichtig, erfolgreiche Sportler wie dich zu haben. Denn es gibt so viele Homosexuelle, die glauben, dass Sport nichts für sie ist.“

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Denn trotz der vielen anerkennenden Worte gibt es wenige Leichtathleten, die zu ihrer Homosexualität stehen. Der britische Geher Tom Bosworth etwa, der sich während der Olympischen Spiele in Rio verlobt hat (dbna berichtete).

Er ist jetzt der schwule Stabhochspringer

Das hat verschiedene Gründe: "Im Sport gibt es eine große Inszenierung von Männlichkeit", sagte Christopher Knoll vom Schwulen Kommunikations- und Kulturzentrum in München (Sub) der Süddeutschen Zeitung. Da werde schwul immer noch mit schwach gleichgesetzt. Deshalb, schätzt Knoll, nehme Shawn Barber mit seinem Coming-out auch „große wirtschaftliche Nachteile“ in Kauf. „Zwei Drittel aller potenziellen Sponsoren“ könnten da wegfallen.

Seit seiner kurzen Nachricht hat sich der Kanadier nicht weiter zu seiner Homosexualität geäußert. Bald beginnt das Freiluft-Training, am Wochenende will er bei den „Drake Relays“ starten. Das ist eines der wichtigsten Leichtathletik-Meetings in den USA. Doch den Rummel um seine Person wird er so schnell wohl nicht loswerden. Er ist jetzt der schwule Stabhochspringer.

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Artikel veröffentlicht: 26.04.2017