Alex erzählt...

Und dann das schlimmste: Ich habe mich verliebt, sehr sogar. In einen Hetero....

Alex (18) erzählt: Ich glaubte nicht an die Liebe. Ich hatte mich paradoxer Weise sogar schon damit abgefunden alleine zu bleiben und mein Leben anderen Dingen zu widmen. Ich halte nichts von gewissen Communitys, zu viele negative Erfahrungen und meistens nur Idioten, mit denen man nichts zu tun haben will.

Was mein unterbewusster Wunsch war: Jemanden im „Reallife“ kennenzulernen, ganz wie in einer „normalen“ Beziehung. Über Freunde, abends in der Diskothek oder einfach in der Schule. Wie alle hier sicher wissen gestaltet sich die Umsetzung eines solchen Wunsches wesentlich problematischer als einem lieb ist. Eine furchtbar frustrierende Leere macht sich in einem breit.

Eine Hoffnungslosigkeit die ihres Gleichen sucht. Man sieht alle um sich herum glücklich sein, jeder noch so strange Mitschüler bzw. Mitschülerin hat eine Freundin bzw. einen Freund.

Und dann das schlimmste: Ich habe mich verliebt, sehr sogar. In einen Hetero. Jeder, dem es schon genau so ging wird mich verstehen können. Die harte Wahrheit, dass alles Hoffen und Bangen jemals positiv, also mit einer Beziehung, ausgehen könnte, umsonst ist, frustriert in so einem unbeschreiblichen Maße, dass man eigentlich nicht mehr leben möchte.

Man fragt sich, ob man jemals glücklich werden kann und wo es im Leben noch so hingehen soll.

Nichtsdestotrotz freundete ich mich mit IHM an. Wir wurden gute Freunde, er hatte allerdings auch eine Freundin. Nach dem die Freundschaft recht fest wurde und wir sehr oft etwas zusammen unternahmen, ließen auch meine Gefühle für ihn nach, auch weil mir die Freundschaft mit der Zeit wichtiger wurde.

Eines nachts klingelt plötzlich mein Telefon - ER war es. Er weinte. Er hatte sich von seiner Freundin getrennt und war vollkommen am Boden zerstört. Ich sagte, dass er herkommen sollte, um mit mir darüber zu reden, und das tat er auch.

Eine halbe Stunde später war er da, wir umarmten uns freundschaftlich und mussten erstmal eine rauchen gehen. Er weinte immernoch und kam bei seiner Schilderung der Situation überhaupt nicht weiter. Er sagte nur immer "ich konnte nicht mehr".

Es war irgendwie eine gewisse Spannung zu spüren und als ich ihn dann erneut in den Arm nehmen wollte geschah das absolut unverhoffte: Ein kurzer Kuss, ein intensiver Augenkontakt und dann ein langer, leidenschaftlicher Kuss.

Ich spürte mein Herz schlagen und auch aus meinen Augen flossen nun Tränen. Ich konnte es einfach ich fassen, ich musste Träumen doch es war wahr, so wahr ich das hier schreibe.

Er hatte es die ganze Zeit gewusst, dass ich in ihn verliebt war und ich hatte damit anscheinend einen inneren Konflikt in ihm ausgelöst.

Er ist nun also bisexuell. Das war das bisher schönste Erlebnis meines Lebens und hat immernoch starken Einfluss auf mich. Ich liebe dich!



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