Das ABC der Körperenthaarung
Nass- oder trockenrasieren? Warm- oder Kaltwachs? Enthaarungscreme? Oder doch lieber Augen zu und epilieren? Wir beschäftigen uns heute mit dem Thema Körperenthaarung. Wie's geht und auf was du dabei achten musst, erfährst du in diesem Artikel.
Es ist noch gar nicht so lange her, da galt eine muskulöse, schön
kräuselig behaarte Männerbrust als das Schönheitsideal schlechthin.
Schaut man heute in Mamas Fotoalbum, dann sieht man furchtbare
Löwenmähnen auf den Köpfen der Leute in den 80ern. Und der kleine
Stern-Ableger „NEON“ weiß, dass weibliche Schaufensterpuppen in den
20ern rund zehn Zentimeter mehr Hüftumfang hatten als heute. Ideale
ändern sich stetig – so auch die Sache mit der Körperbehaarung. Heute
gilt vor allem häufig in der schwulen Welt: Weniger ist mehr. Genauso
gilt aber auch: Geschmäcker sind unterschiedlich. Wir wollen dir in diesem Artikel die gängigsten Arten der
Körperenthaarung vorstellen, wie du dich darauf vorbereiten solltest
und was du im Anschluss an die Haarentfernung zu beachten hast, damit
du die darauf folgenden Tage nicht als knallroter Krebs durch die
Gegend laufen musst. Autsch! – Die Sache mit der Hautempfindlichkeit
Die menschliche Haut ist ein sehr sensibles Organ. Auf Dinge die sie nicht kennt oder unerwartete Reizungen reagiert sie oft äußerst empfindlich. Sämtliche unten beschriebenen Enthaarungsmethoden können, je nach Hauttyp, bei den ersten Malen Pickelchen und andere Hautreizungen hervorrufen. Gewöhnt sich die Haut von Mal zu Mal daran, lässt das in den meisten Fällen im Laufe der Zeit nach. Zu welchen Problemen es bei den jeweiligen Methoden kommen kann und welche Möglichkeiten du hast dem entgegen zu wirken, das erklären wir dir jeweils im entsprechenden Abschnitt.
Der Klassiker: Nassrasierer
Der Mach 3 Turbo, sein vibrierendes Gegenstück M3Power etc. lassen sich nicht nur im Gesicht einsetzen. Für die Körperrasur allerdings besser - weil hautschonender - ist z.B. der Venus Devine von Gillette. Eine Nassrasur bietet sich vor allem an weniger empfindlichen Stellen wie den Unterschenkeln, den Armen, am Oberkörper oder am Rücken an. Der größte Vorteil einer Nassrasur ist, dass man Schmerzen und einen allzu großen Aufwand damit vermeiden kann. Einfach rein in die Dusche oder Wanne und schon kann’s theoretisch losgehen. Trotzdem solltest du ein
paar Dinge dabei beachten. Vor der Rasur solltest du nicht geduscht und
dich auch nicht gewaschen haben – das macht die Haut schwammig und
erschwert eine gründliche Rasur. Sehr lange Haare stutzt du am besten
zuerst vorsichtig mit der Schere. Als nächstes trägst du den
Rasierschaum auf und lässt ihn rund zwei Minuten einwirken. Das weicht
die Haare auf und erleichtert die Rasur. Um Hautirritationen und
eingewachsene Haare zu vermeiden, solltest du den Rasierer sanft und
nicht öfter als wirklich nötig über den Körper ziehen – hast du eine
allzu empfindliche Haut, dann vermeide eine Rasur gegen den Strich,
also gegen die Wuchsrichtung der Haare. Weil die Haut durch die Rasur extrem gereizt wird, ist es äußerst wichtig, dass du nach der Rasur ein After Shave Balsam oder zumindest eine Bodycreme auf die entsprechenden Stellen aufträgst. Das beruhigt die Haut und gibt ihr verlorene Feuchtigkeit zurück. After Shave Balsam gibt’s sowohl mit als auch ohne Alkoholgehalt, wobei sich bei der Körperrasur am ehesten alkoholfreie Präparate anbieten – die sind schlichtweg hautfreundlicher und brennen nicht. Aber egal wie sorgsam du auch bei der Rasur vorgehst: Weil vor allem bei stärkerem Druck die Haare knapp unter der Haut durchtrennt werden, kann es immer wieder zu eingewachsenen Härchen kommen, die unter Umständen Pickel oder kleine Entzündungen verursachen. In solch einem Fall bleibt dir nichts anderes übrig, als das Haar mit einer Nadel und Pinzette vorsichtig herauszulösen und anschließend am besten eine Wund- und Heilsalbe aufzutragen – die gibt’s für rund 5 Euro in der Apotheke. Rasierst du dich im Intimbereich oder am Hintern, dann achte darauf, dass du die entsprechenden Stellen in den Stunden nach der Rasur nicht allzu sehr beanspruchst - etwa durch längeres Sitzen oder durch einen eng geschnallten Gürtel. Auch eine stärkere Schweißbildung oder die Verwendung von parfümierten Pflegeprodukten (Tipp: Hidro Fugal statt normales Deo) nach der Rasur reizt die Haut und kann unangenehme Pickel verursachen. Gerade vorm schlafen gehen macht eine Rasur oder überhaupt grundsätzlich eine Enthaarung daher am ehesten Sinn. Solltest du dich beim Rasieren schneiden, gibt es in Drogeriemärkten Blutstillstifte, die du kurz über die entsprechende Stelle reibst und die Blutung dadurch praktisch sofort gestoppt wird.
Der Hautschonende: Trockenrasierer

Deutlich hautschonender geht’s mit dem Rasierapparat. Weil dabei keine scharfen Klingen über die Haut gezogen werden, wird diese nicht so stark gereizt und auch eingewachsene Haare gibt es kaum bis gar nicht. Nachteil: Die Rasur ist nicht ganz so gründlich und du kommst nicht an alle Stellen wirklich heran – vom Penis oder Hodensack solltest du den Rasierer auch grundsätzlich fernhalten. Dafür bieten sich empfindlichere Stellen wie zum Beispiel die Achseln oder durch Reibung stark belastete Körperregionen wie der Bauch oder der Hintern an. Damit die Rasur ein wenig gründlicher wird, solltest du dich vor der Haarentfernung weder waschen noch duschen und kannst vorm Rasieren sog. „Pre-Shave-Wässerchen“ auf die Haut auftragen. Dadurch werden die Haare ausgetrocknet, stellen sich auf und lassen sich deshalb durch den Rasierkopf besser „abschleifen“.
Nach der Trockenrasur gilt dasselbe wie nach der Nassrasur: After Shave Balsam auftragen und ein wenig aufpassen, dass die entspr. Stellen in den nächsten Stunden nicht allzu sehr gereizt werden. Auch bei der Trockenrasur solltest du danach keine parfürmierten Pflegeprodukte außer dem After Shave Balsam verwenden.
Wenn du deine Haare nur etwas stutzen möchtest, beispielsweise an den Beinen oder im Schambereich, dann gibt es recht günstig Langhaarschneider, die du ganz einfach auf die gewünschte Länge einstellen und die Haare dann völlig unkompliziert kürzen kannst. Probleme sollten dabei nicht auftreten.
Die Chemie-Keule: Enthaarungscremes und –Mouse
Insbesondere dünne Haare, beispielsweise am Po, lassen sich am einfachsten mit Enthaarungscremes und Enthaarungsmouse von z.B. der Marke „Veet“ entfernen. Bei dickeren Haaren klappt’s oft nicht so gut oder du musst die Mittel lang über die maximale Einwirkzeit hinweg auf dem Körper belassen, was schmerzhafte Nebeneffekte haben kann. Da
die Mittel reine
Chemie sind, solltest du hier nicht am falschen Ende sparen und daher
nicht zu Billigproduktion greifen. Enthaarungscremes gibt es jeweils
für die unterschiedlichen Körperregionen und oft auch in normaler und
in „sensitive“-Ausführung für empfindliche Haut. Bei der Anwendung wird
die Creme flächendeckend auf die Haut aufgetragen und nach 3 – 10
Minuten, je nach Präparat, zusammen mit den abgelösten Haaren mit einem
beiliegenden Schaber wieder entfernt. Die Haare werden hierbei nur
oberflächlich bis zu maximal einem Millimeter unter der Hautoberfläche
abgelöst, nicht aber an den Wurzeln wie etwa beim Wachs. Enthaarungsmouse funktioniert ähnlich: Das Mouse wird wie ein Spray auf den Körper aufgesprüht und nach der Einwirkzeit mit einem kleinen Schwämmchen, Waschlappen oder ähnlichem wieder entfernt. 24 Stunden vor der Behandlung mit Creme oder Mouse solltest du aber auf jeden Fall einen Empfindlichkeitstest an einer kleinen Stelle durchführen – oft treten hier nämlich Allergien auf oder die Haut reagiert mit einem starken Brennen zu empfindlich auf die Produkte.
Die Wurzelbehandlung: Wachs und Epilieren
Die bisher genannten Arten der Hautentfernung haben allesamt einen Haken: Sie fassen das Problem, das Haar, im wahrsten Sinne nicht an der Wurzel. Es wird nur das Haar selbst entfernt, allerhöchstens noch kurz unter der Hautoberfläche. Wachs hingegen entfernt gleich noch die dazugehörige Haarwurzel mit. Das bedeutet, dass der Körper die Wurzel neu bilden und das Haar dann erst einmal wieder zu wachsen anfangen muss. Praktisch heißt das bis zu vier Wochen weiche, haarfreie Haut. Was in der Theorie noch toll klingt, ist in der Praxis aber ziemlich schmerzhaft und schwierig.
Es gibt Kalt- und Warmwachs – jeweils in unterschiedlichen Formen, für unterschiedliche Körperregionen und Hauttypen, weshalb wir im Rahmen dieses Artikels nur kurz darauf eingehen können. Kaltwachs wird nach einer Hautreinigung leicht angewärmt auf die Haut aufgetragen und dann mit beigelegten Streifen glatt am Körper entlang wieder abgerissen. Das tut nicht nur ziemlich weh, sondern zeigt je nach Haardicke oft auch kaum eine Wirkung. Eventuelle Wachsreste auf der Haut lassen sich oft auch nur sehr mühsam wieder entfernen – eine klebrige Angelegenheit. Beachten musst du dabei, dass die Haare eine gewisse Länge haben müssen, in der Regel, je nach Produkt, mindestens 0,5 Zentimeter.
Warmwachs hingegen funktioniert bei den meisten Leuten weit
problemloser. Das Wachs wird im Wasserbad erhitzt, etwas abgekühlt,
dann fast flüssig wie Honig nach einer Hautreinigung und einem
eventuellen Peeling auf die Körperstellen aufgetragen und mit einem
Vlies wieder zusammen mit den daran haftenden Haaren vom Körper
weggerissen. Tut genauso weh, ist aber meist gründlicher und die
Wachsreste lassen sich mit warmen Wasser auch einfacher entfernen als
beim Kaltwachs. Aber für beide Wachsarten gilt: Wende sie am besten
nicht an allzu empfindlichen Stellen an. Wenn dir das Ziehen an den
jeweiligen Haaren schon ziemlich weh tut, dann ist an dieser Stelle
eine Wachsanwendung nicht wirklich zu empfehlen. Neben geröteten
Stellen können auch beim Wachsen, vor allem wenn du deine Haut nur selten
oder gar nicht peelst, Haare einwachsen. Positiv hingegen ist, dass die
nachwachsenden Haare sanfter, dünner und weicher sind als zuvor. Kurz:
Warmwachsentfernung ist die effektivste Methode, aber auch eine der
schmerzvollsten.Die letzte gängige Möglichkeit der Haarentfernung ist schließlich das Epilieren. Epilierer sind elektrische Geräte, die sozusagen mit Dutzenden Pinzetten automatisch die Haare aus der Haut reißen. Und das je nach Gerätequalität meist auch sehr gründlich. Nur leider tut’s genauso weh wie die Wachsentfernung, es lässt sich nicht an jeder Stelle anwenden und auch nach dem Epilieren kann es zu eingewachsenen Haaren kommen.
Quelle: Bilder: PhotoCase




