Die Beschneidung

Wann ist eine Beschneidung dringend notwendig? Ist es sinnvoll, sich auch dann beschneiden zu lassen, wenn dies aus medizinischer Sicht nicht unbedingt nötig ist? Wie sieht ein solcher chirurgischer Eingriff aus? Hat die Vorhaut auch Vorteile?

Wann ist eine Beschneidung dringend notwendig? Ist es sinnvoll, sich auch dann beschneiden zu lassen, wenn dies aus medizinischer Sicht nicht unbedingt nötig ist? Wie sieht ein solcher chirurgischer Eingriff aus? Hat die Vorhaut auch Vorteile? - In unserem folgenden Report erfährst du die Antworten auf all diese Fragen und noch viel mehr rund um das Thema Beschneidung.

Die Vorhaut
Die Vorhaut ist ein zweilagiges Organ und ähnelt in ihrem Aufbau unserem Augenlid. Sie stellt etwa ein Drittel der gesamten Penishaut dar. Auf ihrer Innenseite besitzt die Vorhaut eine Schleimhaut. Diese Schleimhaut sondert ein antibakterielles Sekret ab, das sogenannte Smegma. Durch diese feuchte Hülle behält die Eichel ihre Empfindlichkeit. Beim Sex gleitet die Vorhaut über die Eichel zurück und sorgt dadurch für Gleitfähigkeit und Stimulation.

Ein paar Zahlen und Fakten zur Beschneidung
Beschneidung - Beschnittener PenisWeltweit sind etwa 41% aller Jungen und Männer beschnitten. Hierbei treten von Land zu Land große Unterschiede auf: Über 85% aller Amerikaner sind beschnitten - überwiegend aus vorbeugenden medizinischen Gründen. Das heißt, in den USA fällt alle 30 Sekunden eine Vorhaut dem Messer zum Opfer. In England liegt die Zahl bei etwa 20%, in Kanada, Neuseeland und Australien ist sie hingegen höher. Auf dem afrikanischen Kontinent ist die Beschneidung völlig normal und geläufig. Für jüdische Jungen ist es sogar religiöse Pflicht und Tradition, am 8. Tag nach der Geburt beschnitten zu werden. Bei moslemischen Jungen wird die Beschneidung in der Regel zwischen dem 3. und 12. Lebensjahr, auf jeden Fall aber vor Beginn der Pubertät, vorgenommen. In den südeuropäischen Mittelmeerländern, in Südamerika, Skandinavien und im nichtmoslemischen Teil Asiens werden Beschneidungen nicht zwingend durchgeführt.

Warum kann eine Beschneidung notwenig oder sinnvoll sein?
Beschneidung nennt man die Entfernung der Vorhaut. Bei einer Vorhautbeschneidung wird normalerweise die gesamte Eichel bis über den hinteren Rand vollständig freigelegt. Dadurch können sich selbst hinter dem Eichelrand keine Hautfalten mehr bilden, unter denen sich das Smegma ablagert.
Wie bereits erwähnt, ist die Beschneidung für viele Menschen ein Teil ihrer Religion, für andere ein traditionelles Zeichen dafür, dass der Junge auf dem Weg ist, ein Mann zu werden. In Ländern wie den USA ist die Mehrheit der männlichen Bevölkerung aus vorbeugenden medizinischen Gründen beschnitten. Denn es gibt eindeutige medizinische Gründe, die für die Beschneidung sprechen:

  • Die Beschneidung verhindert die sogenannte "Phimose". Darunter versteht man eine Veränderung der Vorhaut, bei der diese so eng ist, dass sie sich nicht mehr problemlos über die Eichel zurückziehen lässt. Bei manchen Jungen ist die Vorhaut sogar so eng, dass sie sich beim Pinkeln wie ein Ballon aufbläht. Dies kann zu schweren Erkrankungen der Blase und der Nieren führen. In manchen Fällen endet das sogar tödlich!
  • Die Beschneidung kann ein "Frenulum breve" korrigieren. Unter diesem medizinischen Begriff versteht man eine Veränderung, bei der das Frenulum (das ist das Hautbändchen zwischen Vorhaut und Eichel an der Unterseite des Penis) so kurz ist, dass es beim Zurückziehen der Vorhaut spannt und schmerzt. Dadurch kann die Vorhaut nicht vollständig und glatt zurückgezogen werden. Wenn man nicht aufpasst, kann das zu kurze Frenulum beim Sex schmerzhaft einreißen und dabei sehr stark bluten. Dadurch können unter Umständen Krankheitserreger wie etwa das AIDS- oder Hepatitis-Virus leicht übertragen werden. Durch das ständige Bemühen, das Frenulum nicht zu sehr zu spannen und strapazieren, kann ein Junge jegliche Freude am Sex verlieren und sogar Probleme haben, eine Erektion zu bekommen.
    Bei einer Beschneidung wird das Frenulum immer durchtrennt oder idealerweise ganz entfernt.
  • Nach der Beschneidung wird kein Smegma mehr gebildet. Die Hygiene der Eichel wird somit durch eine Beschneidung verbessert. Smegma kann unter Umständen die Entstehung von Peniskrebs begünstigen.

Aber erfüllt denn die Vorhaut nicht auch einen Zweck?
Als sich vor langer Zeit unsere menschlichen Vorfahren noch von Baum zu Baum schwangen oder nackt durchs dichte Unterholz jagten, wurden die wichtigen Fortpflanzungsorgane durch die Vorhaut vor Verletzungen geschützt. Da wir mittlerweile jedoch aufrecht gehen, in Städten oder Dörfern leben und normalerweise Kleidung tragen, ist dieser Schutz nicht mehr notwendig. Wie z.B. der Blinddarm ist auch die Vorhaut aus der Entwicklungsgeschichte des Menschen übrig geblieben und erfüllt heute keinen notwendigen Zweck mehr. Heutzutage ist vielmehr die Vorhaut selbst Ursache für schmerzhafte Verletzungen, z.B. wenn sie beim Schließen des Reißverschluss mit eingeklemmt wird. Dies kommt besonders bei heranwachsenden Jungen häufig vor.
Während noch nie Tiere ohne Vorhaut beobachtet wurden, werden oft Jungen mit sehr kurzer oder gar keiner Vorhaut geboren. Man nennt dies "natürlich beschnitten". Außerdem haben etwa 10% aller Jungen eine so kurze Vorhaut, dass sie sich während der Pubertätsentwicklung für immer hinter die Eichel zurückzieht und danach keine Rolle mehr spielt. Wenn die Vorhaut eine biologische Notwendigkeit wäre, würde Derartiges nicht vorkommen.

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Artikel veröffentlicht: 17.10.2002