Ganz schön haarig

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Manche mögens haarig, andere rasieren sich lieber.
© flickr.com/Sasha Kargaltsev

Haarige Angelegenheit: Menschen sind die einzigen Säugetiere mit langen, rauen Schamhaaren. Doch wofür gibt es die überhaupt? Und sollte man sie rasieren oder lieber wild wachsen lassen?

Menschen waren nicht immer so haarlos wie heute. Erst nach der letzten Eiszeit, vor etwa 70 bis 120.000 Jahren, haben wir die meisten unserer Körperhaare verloren. Davor hatten wir überall eine dicke Behaarung.

Übrig geblieben sind vor allem Haare auf dem Kopf, im Gesicht, an Beinen, Brust, Achseln - und eben im Intimbereich. Tatsächlich sind Menschen die einzigen Säugetiere, die lange und raue Schamhaare tragen.

Behaarung = reif für Fortpflanzung?

Körperhaare zu entfernen, hat eine lange Tradition. Doch es gab auch immer wieder Zeiten, in denen Behaarung im Trend lag, etwa in den 70ern und 80ern. Außerdem erfüllen Schamhaare auch einen Zweck.

Manche Wissenschaftler stellen die Theorie auf, dass Schamhaare dem Gegenüber zeigen, dass man reif genug für die Fortpflanzung ist. Denn die Behaarung entwickelt sich vor allem in der Pubertät.

Unser Gehirn reagiert auf Lockstoffe

Bei einer anderen Theorie geht's um den Geruch: Schamhaare sollen Pheromone, also körpereigene Gerüche, besser festhalten. So sollen potenzielle Partner angelockt (oder abgestoßen?) werden.

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Außerdem sollen wir Menschen mit einem anderen Immunsystem attraktiver finden. Das erkennt unser Gehirn anscheinend an genau diesen Lockstoffen.

Doch bei dem ganzen Deo und Parfum, das wir heute nutzen, spielen diese Pheromone wohl sowieso keine Rolle mehr. Körperbehaarung zu tragen oder zu rasieren, ist eher eine Geschmacks- als eine Fortpflanzungsfrage.

Fast alle rasieren sich - und bei vielen juckt es danach

Eine Umfrage unter US-amerikanischen Studenten ergab, dass 96 Prozent der Frauen und 87 Prozent der Männer ihre Schamhaare im letzten Monat ganz oder teilweise entfernt haben.

Wildwuchs scheint also out zu sein. Gleichzeitig kennen Dreiviertel der Rasierten das Gefühl, dass es untenrum nach der Haarentfernung juckt. 40 Prozent hatten schon Hautausschlag oder Pickelchen danach.

Um das zu vermeiden, nutzen manche lieber Enthaarungscreme oder lassen sich waxen. Am Ende kann jedoch jeder selbst entschieden, wie er sich wohlfühlt: Mit viel, ein bisschen oder gar keinen Haaren.

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Artikel veröffentlicht: 04.04.2016
Bildquellen: flickr.com/Sasha Kargaltsev