Wenn's eng wird

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Eine Vorhautverengung ist nicht schlimm. Sie kann gut mit einer Salbe behandelt werden.
© Zurijeta/Thinkstock/GettyImages

Etwa ein bis drei Prozent der Männer haben eine zu enge Vorhaut. Das heißt, dass sie sich gar nicht oder nur schwer über die Eichel zurückziehen lässt. Wir haben bei einer Expertin nachgefragt, ob man wegen einer Vorhautverengung zum Arzt muss und wie sie behandelt wird.

dbna: Frau Zimmer, was ist überhaupt eine Phimose?

Sandra Zimmer: Die Phimose ist eine angeborene oder erworbene Enge des Vorhaut. Die Vorhautverklebung im Säuglings- und Kindesalter ist davon abzugrenzen und ganz normal.

Und woran erkenne ich so eine Vorhautverengung?

Das Zurückziehen der Vorhaut ist erschwert oder unmöglich. Teilweise kann es zu Komplikationen wie zum Beispiel Entzündungen kommen.

Ist eine Vorhautverengung schlimm?

Nein, eine Vorhautverengung ist nicht schlimm. Sie kann aber zu Beschwerden wie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Komplikationen wie den bereits genannten Entzündungen, erschwertem Wasserlassen bis zum Harnverhalt und Harnwegsinfektionen führen.

Muss ich bei einer Phimose zum Arzt, auch wenn ich keine Schmerzen habe? Wenn ja, zu welchem?

Wenn keine Beschwerden oder eine der genannten Komplikationen auftreten, muss man nicht unbedingt zum Arzt. Oft kommt es aber zu wiederkehrenden Einrissen der Vorhaut, sodass die Beschwerden zunehmen können. Spätestens dann wäre der Gang zum Urologen sinnvoll.

Wie wird sie behandelt?

Die Behandlung kann, wenn keine schweren Komplikationen vorliegen, konservativ erfolgen. Das heißt, dass man dazu über etwa sechs Wochen zwei Mal täglich eine Salbe aufträgt. Hilft das nicht oder treten schwere Komplikationen auf, würde man eine Beschneidung empfehlen.

Tut die Behandlung weh?

Die Salben-Behandlung tut natürlich nicht weh. Die Beschneidung wird bei Kindern in Vollnarkose und bei Erwachsenen in lokaler Betäubung durchgeführt. Dabei wird die Vorhaut vollständig oder zum Teil entfernt. Das tut auch nicht weh. Nach der Operation kann man bei Bedarf ein Schmerzmittel bekommen, welches in den ersten Tagen eingenommen werden kann. Die meisten Patienten benötigen aber kein Medikament.

Ist Sex nach einer Beschneidung anders oder sogar schlechter?

Der Sex kann sich nach der Beschneidung verändern, muss aber nicht. Das ist sicherlich sehr individuell und lässt sich leider nicht vorhersagen.

Was passiert, wenn ich es nicht behandeln lasse?

Liegt nur eine geringgradige Verengung vor, kann es sein, dass gar keine Beschwerden entstehen. Bis zum Jugendalter kann sich diese auch noch erweitern, ohne dass eine Therapie notwendig wird. Bei höhergradigen Engen oder Komplikationen sollte eine Therapie durchgeführt werden.

Frau Zimmer, vielen Dank für das Gespräch!

Dr. med.  Sandra Zimmer ist Assistenzärztin in der Urologie an der Uniklinik Köln.

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Artikel veröffentlicht: 26.05.2015
Bildquellen: Zurijeta/Thinkstock/GettyImages