Sebastian ist da!
Er ist das neue Gesicht der "IWWIT"-Kampagne der Deutschen Aidshilfe.

Seit dem 01. März 2010 ist das Kampagnenmotiv mit Sebastian nun fertig und wurde von der DAH präsentiert. Ab Juni wird es in Anzeigen bundesweit zu sehen sein. Sebastian präsentiert sich unter dem Motto "Ich habe keine Lust auf Risiken". Wir haben mit ihm über das Shooting in Berlin und seine Motivation, dabei mitzumachen, gesprochen.
dbna: Hallo Sebastian, du hast dich auf dbna als IWWIT-Rollenmodell beworben und wurdest unter hunderten Einsendungen als das neue Model für die Kampagne der Deutschen Aidshilfe ausgewählt. Was war für dich der Grund, dich für diese Aktion zu bewerben?
Sebastian: Ganz
ehrlich? Langeweile :-) ... Nein quatsch, ich war gespannt ob ich
tatsächlich
es schaffen würde ausgewählt zu werden und außerdem hat mich die
Beschreibung
auf dbna gereizt.
Die
Tatsache, dass man an einem professionellen Fotoshooting
teilnehmen würde und vielleicht später sogar als "Botschafter" für
die IWWIT unterwegs ist, fand ich klasse. Kontakte knüpfen und dabei
Spaß
haben, aber über allem doch nicht vergessen warum man sich für den Kampf
gegen
Aids und für mehr Aufklärung und Aufmerksamkeit einsetzt.
dbna: Für das Fotoshooting bist du nach Berlin gefahren und wurdest dort von einem Profifotografen in verschiedenen Posen abgelichtet. War das deine erste Erfahrung dieser Art?
Sebastian: Ich hatte schon einmal ein Shooting mit Peter Wolinski (mit diesen Bildern hatte ich mich auch beworben) aber ein so professionelles Shooting habe ich noch nicht mitgemacht. Aber schließlich sollen die Bilder bald deutschlandweit in Zeitschriften und anderweitig Verwendung finden, was einen höheren Anspruch an die Qualität der Bilder stellt.
dbna: Und wie war die Stimmung am Set?
Sebastian: Auch wenn wir ein wenig im Zeitverzug waren, war die Stimmung entspannt. Anfangs ist man natürlich nervös und weiß nicht was alles von einem erwartet wird und was man selbst erwarten kann, aber wenn man dann feststellt das dort alles nette und freundliche Menschen sind entspannt man sich automatisch und man kann schnell Vertrauen fassen.
Dazu auch eine kleine Anekdote: Zum Ende hin sollte ich mich seitlich
der
Kamera aufstellen, ein anderes Rollenmodel hinter mir, mit zwei
Styropor-Blöcken
gewaffnet, ein Betreuer von IWWIT vor mir, mich beruhigend, weil ich
nicht
wusste was die vorhaben.
Der
Fotograf meinte noch „lächeln“ zu mir und schwupps
schmeist mich Olaf gegen die Styropor-Blöcke! Tja... das erste Bild war
dann
schon mal nichts, weil ich ein wenig erstaunt dreinblickte, aber im
dritten
Anlauf konnte man die Aufnahme verwenden.
Nachdem sich alles ein wenig eingespielt hatte, hatten wir sogar richtig Spaß an der Sache, alle haben zusammen diskutiert und entschieden welche Pose besser, welche Klamotten schöner und welches Gesicht am Besten ist. Alles in Allem muss ich sagen, dass es sehr, sehr lustig und in super entspannter Stimmung ablief.
dbna: Dein Gesicht wird nun ja Infobroschüren und Werbemittel der Kampagne zieren. Wie ist das Gefühl, dass vielleicht bald tausende Menschen dein Gesicht kennen werden?
Sebastian: An
sich ist es beängstigend zu wissen, dass tausende Leute tatsächlich mein
Gesicht kennen, obwohl ich jetzt kaum glaube, dass man mich auf der
Straße
ansprechend wird. Ich kann mir schließlich auch nicht immer merken wo
ich
welches
Gesicht schon einmal gesehen habe, aber der ein oder andere verwunderte
Blick (wo kenn ich den nur her?) kommt vielleicht noch. Da bin ich
selbst noch
gespannt drauf.
dbna: Sind weitere Aktionen oder Verpflichtungen mit der Teilnahme an der Aktion verbunden?
Sebastian: Das Fotoshooting war nur der erste Teil der Geschichte, ein längeres Interview wird es noch geben, dazu fahre ich zum CSD nach Nürnberg, werde dort das Interview führen und danach hoffentlich noch ein bisschen ins Straßenfest schnuppern können. Was darüber hinaus geht steht noch nicht fest, allerdings ist es möglich, dass ich noch auf anderen Veranstaltungen zu finden sein werde.
dbna: Bist du geoutet? Wissen deine Eltern, Geschwister und Freunde, dass du an dieser Aktion teilnimmst und was denken sie darüber?
Sebastian: Geoutet bin ich insoweit, als dass meine Eltern und meine Schwester Bescheid wissen. Meine Eltern tun sich ein bisschen schwer mit der Tatsache, dass ich schwul bin, verständlich, wir wohnen sehr weit draußen auf dem bayrischen Land, da ist man noch nicht so weltoffen wie in der Stadt. Was sie über die Aktion denken … Begeisterung sah anders aus, aber als ich ihnen dann erklärte das es einer guten Sache dient, waren sie beruhigt und fanden es glaub ich auch ganz gut. Freunde waren begeistert, dass ich als Rollenmodel bei IWWIT mit von der Partie bin.
dbna:
Die
Kampagne richtet sich ja an den verantwortlichen Umgang mit Safer Sex.
Wie
stehst du selbst zum Thema Safer Sex?
Sebastian: Für mich gibt‘s keinen unsafen Sex. Ich find es ist jedem selbst überlassen was er tun will und was nicht. Aber wenn es darum geht, andere wissentlich mit dem Virus anzustecken, dann finde ich das unverantwortlich. HIV ist immer noch nicht heilbar und eine lebensbedrohende Krankheit. Leider gibt es solche Leute aber und man weiß nie, wann man auf so jemanden stößt. Deshalb: lieber keinen Sex als ohne Gummi.
dbna: Wenn du anderen Jugendlichen einen guten Rat geben solltest in Bezug auf Ihre Sexualität, wie würde der lauten?
Sebastian: Man sollte all das ausprobieren worauf man Lust hat, solange man dabei seine Gesundheit nicht gefährdet, denn sonst wird‘s wohl ein eher kurzes Vergnügen.
dbna: Und nun die Gretchenfrage: würdest du nochmal mitmachen?
Sebastian: Aber HALLO! Das Shooting war echt klasse und lustig. Bin gespannt auf das Interview und was mich sonst noch so erwartet, es war und ist auf jeden Fall eine aufregende Zeit und von mir aus kann das über die Semesterferien auch ruhig so weiter gehen.
dbna:Vielen Dank für deine Zeit und weiter viel Spaß mit der IWWIT-Aktion.




