Geschlechtskrankheit

Tripper demnächst kaum noch therapierbar?

von Alexander

Die Sorge geht bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) um: Therapien gegen Tripper könnten demnächst nicht mehr anschlagen. Schon häufiger und das in steigender Zahl wirkt ein Breitband-Antibiotikum nicht mehr als letztes Mittel gegen die Krankheit

Bild: zeljkosantrac/istockphoto

Keine Heilungschancen mehr in absehbarer Zeit – das könnte bald die Botschaft für Millionen von Menschen sein, die sich mit der sogenannten Geschlechtskrankheit Tripper anstecken. Diese Warnung sprach die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kürzlich aus. Grund: Das Bakterium, das die Gonorrhoe auslöst, ist inzwischen immer öfter auch gegen das letzte und stärkste Breitband-Antibiotikum resistent. Dies sei in vielen Ländern beobachtet worden, so die WHO in Genf.

„Die Gonorrhoe wird durch hohe Infektionsraten und schwindende Behandlungsmöglichkeiten zu einer bedeutenden Herausforderung für das Gesundheitswesen“, erkärte Manjula Lusti-Narasimhan, die zuständige Fachfrau der WHO. Pro Jahr liege die Infektionsrate bei 106 Millionen Menschen. Fast alle steckten sich beim Geschlechtsverkehr an.

Kondome schützen

Gerade Industriestaaten wie Australien, Frankreich, Japan, Norwegen und Schweden seien von dieser Resistenz betroffen. Dort beobachtete man verstärkt, dass der als Gonokokken (Neisseria gonorrhoeae) bekannten Erreger mit Cephalosporine, eine Gruppe von Breitband-Antibiotika, nicht mehr zu bekämpfen ist. Die WHO ist deswegen alarmiert und fordert nicht nur deutlich größere „Wachsamkeit“ unter Ärzten im Falle der Anwendung von Antibiotika, sondern auch mehr Forschungen. Es müssten alternative Behandlungsmethoden dringend entwickelt werden. Einen anspruchsvollen globalen Aktionsplan dafür präsentierte die WHO noch am selben Tag.

1879 fand der Arzt Albert Neisser heraus, dass Bakterien der Auslöser von Tripper sind. Im Falle der Diagnose werden Antibiotika zur Behandlung eingesetzt. Doch Fachleute unterstreichen, dass alleine die Verwendung von Kondomen einen wirklichen und dauerhaften Schutz gegen die Krankheit bietet.

Links zum Artikel

07.06.2012  | Quelle: dpa, N24
Werbung