Ratgeber

Analverkehr

Analverkehr ist ein Thema, bei dem viel Unsicherheit herrscht. So intim Analsex ist, so intensiv ist er auch. Ohne eine ordentliche Portion Vertrauen geht normalerweise nichts. Wir geben dir ein paar Tipps, damit die Lust nicht zum Frust wird.

Analverkehr (kurz: AV) ist ein Thema, bei dem viel Unsicherheit herrscht. So intim Analsex ist, so intensiv und erregend ist er auch. Ohne eine ordentliche Portion Vertrauen geht es normalerweise nicht, und selbst dann kann es Schwierigkeiten geben. Dabei muss das gar nicht sein.

Viele empfinden Analverkehr als die stimulierendste Möglichkeit, ihre Lust auszuleben. Der passive Partner kann es genießen, den anderen in sich zu spüren. Dabei ist das nicht nur Kopfsache, sondern ein sehr körperlicher Vorgang. Gerade am Anus kommen viele Nervenenden zusammen, und die Prostata, die manchmal auch liebevoll „männlicher G-Punkt“ genannt wird, kann beim Analverkehr sehr stark stimuliert werden. In seltenen Fällen geht das bis zum Orgasmus. Der aktive Partner hingegen genießt den Akt meist deshalb so sehr, weil sein Penis hierbei am stärksten stimuliert wird und er zugleich sich selbst und seinen Partner befriedigen kann. Viele haben jedoch Angst vor dem ersten Mal, befürchten Schmerzen und glauben, alles falsch zu machen. So schwierig ist das aber gar nicht.

Der Passive und die richtige (Ein-)Stellung

Analverkehr Du möchtest gerne mal die so genannte passive Rolle einnehmen, dich jemandem hingeben, neue Lustzentren deines Körpers entdecken – aber du hast Angst vor Schmerzen, bist unsicher und weißt nicht, wie du vorgehen sollst? Dann gilt als erstes: Rede dir nicht ein, dass alles schief gehen wird, was nur schief gehen kann. Sicher wird es dir ungewohnt vorkommen, einen Penis in deinen Anus eindringen zu lassen, aber viele Menschen genießen das sehr.

Sogar heterosexuelle Paare geben sich dem Analsex hin, weil sie daran Lust empfinden. Wichtig ist vor allem, wie du den Sex am liebsten magst. Dazu kannst du eine Menge ausprobieren. Gerade beim ersten Mal möchten viele Jungs sich lieber rittlings auf den Penis des Partners setzen, um selbst die Tiefe und die Geschwindigkeit des Eindringens kontrollieren zu können. Möchtest du das auch probieren, bau es einfach in den Akt ein: Wenn dein Partner auf dem Rücken liegt und du ihm einen bläst, kannst du z.B. nach einem Kondom greifen und es ihm überziehen. Dann nimmst du ein kondomverträgliches Gleitmittel, das du in ausreichender Menge auf seinem Penis verteilst.

Wenn du nun vorsichtig auch noch deinen Anus mit Gleitmittel befeuchtest, kannst du auch schon mal mit einem Finger langsam deinen Schließmuskel darauf vorbereiten, dass er nun etwas aufnehmen soll. Jetzt kannst du dich über deinen Partner knien. Du nimmst seinen Penis in die Hand und versuchst vorsichtig, ihn in dir aufzunehmen. Lass dir ruhig Zeit: Das Gefühl wird dir ungewohnt erscheinen, vielleicht auch etwas unangenehm. Aber du selbst bestimmst nun, wie es weitergeht. Bewege dich langsam, gewöhn dich an das ungewohnte Gefühl. Du wirst merken, was dir gefällt - und wie es dir gefällt.

Aber auch wenn ihr nicht so vorgeht, gibt es für dich verschiedene Möglichkeiten. Die Stellung ist etwas, das gerade beim passiven Partner sehr wichtig sein kann. Probiere aus: Magst du es lieber, von hinten genommen zu werden, oder ist es schöner, wenn du auf der Seite liegst? Wie sieht es aus, wenn du dich auf den Rücken legst und die Beine anwinkelst? Magst du es lieber im Stehen oder im Liegen? Du wirst feststellen, dass es da große Unterschiede gibt.


Der Aktive: Sanfte Verführung und wilde Ritte

 Du möchtest deinen Partner penetrieren, weißt aber nicht genau, wie? Nun, du steckst in der Verantwortung, einfühlsam und zärtlich zu sein. Wenn sich der Passive nicht wie oben beschrieben einfach auf deinen Penis setzt, bist du derjenige, der den Takt angibt.

Erste Regel: Nichts überstürzen! Bevor dein voll erigierter Penis zum Einsatz kommt, kannst du ja mal Gleitmittel auf deinem Finger verteilen und sanft deinen Partner auf das Eindringen eines Anderen vorbereiten. Erst wenn er glaubt, dass er soweit ist, geht es dann weiter! Gib ausreichend Gleitmittel auf deinen Penis (Kondom nicht vergessen!) und setze ihn vorsichtig bei deinem Partner an. Dringe langsam in ihn ein und gib ihm Zeit, sich daran zu gewöhnen. Vielleicht müsst ihr auch die Stellung wechseln, weil ihr dann besser zurechtkommt.

Wenn du dich ihn deinem Partner bewegst, beginne am besten mit langsamen Bewegungen. Auch beim Analverkehr gilt, dass stupides Rein-Raus auf Dauer doch eher langweilig wird. Variiere dein Tempo. Langsam und genüsslich, kurz und stoßartig, mal tief und fordernd, mal sanft und zurückhaltend. Frage den Anderen, ob es ihm gefällt. Oft kann es noch schöner werden, wenn du mit der Hüfte ein wenig höher oder tiefer gehst, weil du damit den Winkel deines Penis veränderst und somit ein anderes Gefühl erzeugt wird. Wirst du aufgefordert, aufzuhören, dann tu das sofort!

Hygiene und Sicherheit

Man sagt, dass der Enddarm etwa eine halbe Stunde vor und nach dem Gang zur Toilette Stuhl enthält. Wenn du also als Passiver merkst, dass ungewollter Widerstand da ist, solltet ihr vielleicht auf Analverkehr verzichten. Ansonsten ist tägliches waschen und die Benutzung von feuchtem Toilettenpapier eine normalerweise ausreichende Maßnahme um sauber zu sein. Wenn du dennoch vor dem Sex lieber unter die Dusche gehst, bleibt dir das natürlich unbenommen. Spontaneität wirst du damit jedoch nicht erreichen. Für Safer Sex sind übrigens Kondome ein absolutes Muss!

Aber es kommt noch mehr hinzu. So kann es bei ungeschütztem Analverkehr nicht nur zu einer HIV-Infektion kommen, sondern auch zu Harnwegsinfektionen. Darmbakterien haben nun mal in der Harnröhre nichts zu suchen. Ein weiterer Vorteil von Kondomen: Falls wirklich mal ungewünschte Kotspuren am Penis zurückbleiben, werden diese samt Kondom einfach und schnell entsorgt.


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06.01.2005

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