Safer Sex

Es gibt nur einen relativ zuverlässigen Schutz gegen HIV: Safer Sex. Das heißt, dass du niemals ungeschützten Sex haben solltest. Bei welchen Praktiken du besonders vorsichtig sein solltest, erfährst du in dieser Reportage.

Bild: diego_cervo/istockphoto.com

Sex ist vielfältig. Jeder hat verschiedene Vorlieben, die je nach Situation und Atmosphäre variieren. Die Gefahr sich beim Sex mit HIV anzustecken ist leider Gottes sehr groß. Deshalb sollte man bei der schönsten Nebensache der Welt immer gewisse Spielregeln einhalten. Das mag sich jetzt kompliziert anhören, ist aber in Wirklichkeit ganz einfach.

Wenn man sich immer im Kopf hält, geschützten Sex zu haben, verringert man das Risiko sich anzustecken um ein Vielfaches. Trotzdem gibt es viele Sexualpraktiken, die scheinbar harmlos sind, und trotzdem ein Ansteckungsrisiko bergen. Und mit Ansteckungsgefahr ist jetzt nicht nur eine Ansteckung mit HIV gemeint. Man kann sich genau so gut ganz schnell mit Krankheiten wie beispielsweise Hepatitis, Syphilis oder Tripper anstecken.

Bild: istockphoto.com/Dizzy

Analverkehr
Für die einen gehört er zum Sex einfach dazu. Andere Leute leben ihre Sexualität auch ohne Analverkehr. Jeder mag es anders. Trotzdem ist Analverkehr für die meisten schwulen Männer die wichtigste Sexualpraktik. Daran hat sich auch in Zeiten von Aids nichts geändert.

Das Risiko, sich beim Analverkehr mit HIV und anderen Erregern zu infizieren, ist besonders groß. Der After ist stark durchblutet, und die Schleimhäute sind sehr leicht verwundbar. Während des Analverkehrs bilden sich feine Risse in den Schleimhäuten. Sobald eine infizierte Körperflüssigkeit (zum Beispiel Sperma) mit diesen Rissen in Kontakt kommt, besteht die Möglichkeit sich mit HIV zu infizieren.

Aber auch der Aktive, also derjenige, der seinen Penis einführt, kann angesteckt werden. Die empfindliche Eichel und der Harnröhrenausgang können mit Erregern in Kontakt kommen. Eine effektiven Schutz bietet beim Analverkehr nur das Kondom! Es verhindert, dass sich Viren in die feinen Risse der Schleimhaut festsetzen, oder dass Viren in Kontakt mit der Eichel und dem Harnröhrenausgang kommen. Kondome aber bitte nur mit fettfreiem Gleitmittel verwenden, da Fett das Kondom porös und damit unsicher macht!

Oralverkehr
Auch das Stimulieren des Penis mit Mund und Zunge birgt Risiken. Diese sind allerdings so gering, dass man von einer risikoarmen Sexualpraktik redet. Trotzdem wird dringend empfohlen, kein Sperma in den Mund zu nehmen oder zu schlucken. Noch sicherer als die Hau-Ruck-Methode „Raus bevor’s kommt“ ist der Gebrauch eines Kondoms. Das schützt nämlich auch vor anderen Geschlechtskrankheiten, wie zum Beispiel „Mund-Tripper“.


Bild: istockphoto.com

Wenn es mit dem Schutz mal nicht geklappt hat
Dass ein Kondom einmal reißt, oder es einfach im „Sturm der Gefühle“ vergessen wurde, ist durchaus keine Seltenheit. In einem solchen Fall kann der eindringende Partner seinen Penis waschen und durch urinieren versuchen, eventuelle Reste von Körperflüssigkeiten des Partners ab- und auszuspülen.

Bisher ist nicht geklärt, ob für die aufnehmende, also passive Person eine Darmspülung sinnvoll oder im Gegenteil gefährlich ist. Sollte im Eifer des Gefechts einmal Sperma in deinen Mund gelangen, schlucke dieses auf keinen Fall herunter! Ganz schnell ausspucken und den Mund mit Wasser oder Alkohol (je hochprozentiger desto besser) ausspülen. 

Wenn jemand ein erhöhtes Infektionsrisiko hatte (z.B. ungeschützter Sex mit einem HIV-positiven Menschen ist möglicherweise auch eine Post-Expositions-Prophylaxe – kurz HIV-PEP – sinnvoll.

Hinter dem komplizierten Namen verbirgt sich eine vierwöchige Chemotherapie mit Medikamenten, die gegen HIV gerichtet sind. Sie hat die bestmögliche Wirkung, wenn sie innerhalb von zwei Stunden nach dem Risikokontakt begonnen wird. Je mehr Stunden vergehen, desto geringer ist die Chance, dass die HIV-PEP wirkt. Außerdem ist mit einem Resistenztest zu überprüfen, ob das übertragene Virus möglicherweise schon gegen bestimmte Anti-HIV-Medikamente resistent ist – diese dürfen dann natürlich nicht eingesetzt werden.

Die Post-Expositions-Prophylaxe ist also kein "Kondom für danach", sondern eine Behandlungsmöglichkeit für Ausnahmesituationen, deren Wirkung noch nicht ganz bestätigt ist. Ob eine HIV-PEP eingesetzt werden sollte, lässt sich nur mit einem erfahrenen Arzt/einer erfahrenen Ärztin klären!


03.12.2003  | Quelle: aidshilfe.de

Werbung