Allergisch auf das eigene Sperma

Nicklas Von Nicklas
Vereinzelte Männer sind auf ihr eigenes Sperma allergisch und reagieren nach einer Ejakulation mit grippeähnlichen bzw. heuschnupfenartigen Symptomen.
© sabphoto/123rf.com/Modelfoto

Was sich unglaublich anhört, existiert tatsächlich. Das 2002 von einem Niederländer entdeckte "Postorgasmic Illness Syndrome" ist eine Krankheit, bei der Männer allergisch auf ihr eigenes Sperma reagieren. Der Orgasmus entwickelt sich damit zu einem ungewöhnlichen Leiden.

Männer, die unter dem "Postorgasmic Illness Syndrome" (POIS) leiden, erleiden kurz nach dem Orgasmus verschiedene Symptome, die einer schweren Grippe oder einem Heuschnupfen ähneln. Mitunter vergehen diese Beschwerden nicht sofort, sondern halten mehrere Tage oder gar eine volle Woche an. Mediziner konnten bisher nur eine Allergie auf das eigene Sperma feststellen, nicht aber auf fremde Spermien.

Mögliche Symptome sind beispielsweise Kopf- und Halsschmerzen, Gliederschmerzen, brennende Augen und Schnupfen. Die Symptome treten im Regelfall rund eine halbe Stunde nach dem Samenerguss ein und lassen sich nicht behandeln, lediglich die Schmerzen können über gängige Schmerzmittel gestillt werden.

Die Folgen der Spermaallergie

Für Männer bedeutet POIS häufig ein Leben ohne Sex. Die Beschwerden nach dem Samenerguss sind so heftig, dass der Sextrieb auf ganz natürliche Weise reduziert wird, zudem raubt der dauerhafte Krankheitszustand so viel Energie, dass die Libido ebenfalls stark abflacht.

Die exakte Ziffer von Kranken ist unbekannt, Ärzte gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus, da viele Männer nicht einmal auf die Idee kommen, dass ihr Sperma für verschiedene Krankheitssymptome zuständig sein könnte.

Auch ist die schiere Existenz von POIS bisher kaum verbreitet, selbst einige Mediziner konnten die Krankheit noch nie diagnostizieren und haben, wenn überhaupt, nur davon gelesen oder gehört.

Ursache und Behandlung

Die Allergie wird über einen medizinischen Prick-Test festgestellt, die Behandlung erfolgt im Regelfall durch eine Hyposensibilisierung, mit der bereits einige Erfolge erzielt werden konnten.

Bei dieser werden dem Patient in regelmäßigen Intervallen kleine Mengen seines eigenen Spermas verabreicht, um eine natürliche Resistenz aufzubauen, ähnlich wie der Körper langfristig eine Resistenz gegen Antibiotika aufbaut.
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Artikel veröffentlicht: 19.02.2014
Weitere Quellen: Wikipedia Bildquellen: sabphoto/123rf.com/Modelfoto